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Angreifer von Jerusalem: Nennen Sie ihn bloß nicht Terrorist

Israelische Sicherheitskräfte nach dem Terroranschlag in der Altstadt von Jerusalem
Israelische Sicherheitskräfte nach dem Terroranschlag in der Altstadt von Jerusalem (© Imago Images / Xinhua)

Die Tatsache, dass Medien und Interessengruppen im Wesentlichen dieselbe verharmlosende Sprache verwenden, zeugt von einer bestimmten Denkweise, mit der ein bestimmtes Ziel erreicht werden soll.

Stephen M. Flatow

Wann ist ein Terrorist kein Terrorist? Wenn er ein palästinensischer Araber ist, natürlich. In jedem anderen Teil der Welt und unter allen anderen Umständen würde jemand, der aus nationalistischen Gründen mit einer Maschinenpistole in eine Menge von Zivilisten feuert, als Terrorist angesehen.

Aber als Fadi Abu Shkhaydam Anfang dieses Monats in Jerusalem mit einer Maschinenpistole das Feuer auf eine Gruppe jüdischer Zivilisten eröffnete, dabei den Reiseleiter Eliyahu („Eli“) Kay ermordete und vier weitere Personen verletzte, war das Wort „Terrorist“ nirgendwo zu finden.

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Der erste Satz des Artikels in der New York Times über den Anschlag lautete: „Ein palästinensischer Lehrer hat einen israelischen Reiseleiter erschossen.“ Als ob sein Beruf von Bedeutung wäre; als ob seine Tat etwas wäre, das Lehrer normalerweise tun.

Andere Charakterisierungen des Mörders durch weitere Nachrichtenmedien und verschiedene Interessengruppen waren auch nicht viel besser.

  • In der Pressemitteilung von J Street wurde Shkhaydam als „palästinensischer Schütze“ bezeichnet.
  • Der Guardian nannte ihn einen „Hamas-Kämpfer“.
  • Im National Public Radio war er „ein palästinensischer Angreifer“.
  • In der Washington Post hieß es, er sei einfach „ein palästinensischer Mann“.

Wir alle ärgern uns über die unablässige pro-palästinensische Voreingenommenheit eines Großteils der internationalen Nachrichtenmedien. Wir alle haben uns daran gewöhnt, mit den Zähnen zu knirschen, wenn wir unsere Morgenzeitung aufschlagen oder auf die Schlagzeilen des Tages klicken.

Mit der Art und Weise, wie Shkhaydam beschrieben wurde, will ich mich nicht über die Voreingenommenheit der Medien an sich beschweren. Das ist so, als würde man sich über Tod und Steuern beschweren, so unumgänglich ist das geworden.

Stattdessen spreche ich das Thema an, weil wir etwas lernen können, wenn wir uns diese Episode genauer ansehen. Zu erkennen, warum die pro-palästinensische Seite die Terminologie wählt, die sie wählt, ist wichtig, um zu verstehen, wie man sie wirksam bekämpfen kann.

Das Ziel hinter der Verharmlosung

Die Tatsache, dass so viele Medien und Lobbygruppen im Wesentlichen dieselbe Sprache verwenden, ist kein Beweis für eine Verschwörung. Es ist der Beweis für eine bestimmte Denkweise: die Denkweise von Parteigängern, die eine bestimmte Perspektive darstellen wollen, von der sie hoffen, dass sie die öffentliche Meinung beeinflussen wird.

Der Guardian, J Street und die anderen sind leidenschaftliche Unterstützer der palästinensisch-arabischen Sache. Und das Wort „Terrorist“ ist dieser Sache schädlich.

Ein Terrorist ist offensichtlich ein schlechter Mensch, der eine schlechte Sache tut. Das Wort enthüllt das wahre, schreckliche Wesen des Mörders. Deshalb tun Terroristen und ihre Apologeten alles, was sie können, um das Wort „Terrorist“ aus dem Gespräch draußenzuhalten.

  • „Bewaffneter“ ist neutral: Es ist ein Mann mit einer Waffe, der auch ein Räuber sein könnte.
  • „Angreifer“ ist ebenfalls neutral: Jemand greift jemanden oder etwas an und man kann nicht sagen, ob der Angriff gerechtfertigt oder ungerechtfertigt ist.
  • „Kämpfer“ deutet darauf hin, dass Gewalt im Spiel ist, ist aber im Grunde genommen immer noch neutral. Das Wort selbst sagt nichts darüber aus, ob es sich bei der Gewalt um Aggression oder Selbstverteidigung handelt.
  • Einen Mörder nur als „Mann“ oder schlimmer noch als „Lehrer“ zu bezeichnen, ist so irreführend, dass es fast den Eindruck erweckt, der Autor wolle das Wesen des Mörders ganz bewusst verschleiern.

Ich sage nicht, dass J Street oder National Public Radio palästinensische Maschinengewehrangriffe auf jüdische Zivilisten unterstützen. Was ich damit sagen will, ist, dass sie ihre Worte sorgfältig wählen und sich bewusst für Beschreibungen von Shkhaydam entschieden haben, die es vermeiden, ihn als palästinensisch-arabischen Terroristen zu bezeichnen.

Und sie taten dies aus einem klaren und offensichtlichen Grund: weil die Wahrheit zu sagen, indem man Worte verwendet, die der Realität angemessen sind, die palästinensisch-arabische Sache untergraben würde.

Wenn wir also von palästinensisch-arabischen Terroristen lesen und dabei registrieren, wie sie beschrieben werden, dann sollten wir uns vor Augen halten, dass dies kein Zufall ist. Sie werden aus einem bestimmten Grund so beschrieben: um das Bild des Mörders zu beschönigen, um die Sache der Mörder zu beschönigen.

Stephen M. Flatow, ein Anwalt in New Jersey, ist der Vater von Alisa Flatow, die 1995 bei einem vom Iran gesponserten palästinensischen Terroranschlag ermordet wurde. Er ist der Autor von „A Father’s Story: My Fight for Justice Against Iranian Terror“. Der ArtikelJust don’t call him a terrorist“ ist zuerst beim Jewish News Syndicate erschienen. Übersetzung von Alexander Gruber.

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