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Als Golda Meir einen jungen Senator namens Biden traf

Joe Biden bezeichnet sein Treffen mit Golda Meir als eines der folgenreichsten seines Lebens. (© imago images/Sven Simon)
Joe Biden bezeichnet sein Treffen mit Golda Meir als eines der folgenreichsten seines Lebens. (© imago images/Sven Simon)

Wenige Tage vor dem Jom-Kippur-Krieg besuchte Joe Biden Israel. Bei einem Treffen weihte ihn Premier Golda Meir in Israels „Geheimwaffe“ ein.

The Times of Israel

Das Treffen des Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten Joe Biden mit der damaligen israelischen Premierministerin Golda Meir im Jahr 1973 ist eine Geschichte, die er oft erzählt, wenn er auf jüdischen oder israelbezogenen Veranstaltungen spricht.

Damals, als 30-jähriger frischgebackener Senator, unternahm Biden seine erste Auslandsreise nach Israel. Es war der Vorabend des Jom-Kippur-Krieges, und Biden traf sich mit Meir, die nach seiner eigenen Erzählung kettenrauchte, als sie die regionalen Sicherheitsbedrohungen, denen Israel ausgesetzt war, im Detail darlegte. Er nannte es „eines der folgenreichsten Treffen, das ich je in meinem Leben hatte“.

Siebenundvierzig Jahre später und nur wenige Wochen, bevor Biden bei den US-Präsidentschaftswahlen 2020 gegen Donald Trump antritt, wirft ein israelischer Reporter dank eines nie zuvor veröffentlichten israelischen Regierungsdokuments, das die Zusammenkunft zusammenfasst, neues Licht auf dieses Treffen.

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Biden bereiste Israel und die von Israel kontrollierten Gebiete rund 40 Tage vor dem Beginn des Krieges am 6. Oktober. Wie er berichtet, traf er dann mit der in Kiew geborenen und in Amerika aufgewachsenen israelischen Premierministerin zusammen, die ihm verschiedene Landkarten zeigte und ihm genau erklärte, warum Israels Lage angesichts der zunehmenden militärischen Spannungen düster sei. Biden war offenbar sehr beeindruckt von der israelischen Premierministerin, bezeichnete das Treffen aber als deprimierend.

Meir bat Biden dann, für ein Foto zu posieren. „Sie sagte: ‚Senator, Sie sehen so besorgt aus‘“, erinnerte er sich, als er auf einer Feier zum Unabhängigkeitstag der israelischen Botschaft im Jahr 2015 sprach. „Ich sagte: ‚Mein Gott, Frau Premierministerin‘, und drehte mich um, um sie anzuschauen. Ich sagte: ‚Das Bild, das Sie zeichnen …‘ Sie sagte: ‚Oh, machen Sie sich keine Sorgen. Wir haben eine Geheimwaffe in unserem Konflikt mit den Arabern: Wir können nirgendwo anders hingehen.‘“

Nadav Eyal von Channel 13 hat jetzt Auszüge aus einem geheimen Memo des Treffens veröffentlicht, das von einem anwesenden hohen israelischen Beamten verfasst wurde. (…)

Biden warnte, dass das Vorgehen Israels in den Gebieten, die es während des Sechstagekriegs erobert hatte, einschließlich des Westjordanlands und des Gazastreifens, zu einer „schleichenden Annexion“ führe.

Da er glaubte, dass Israel in der Region militärisch dominant sei, schlug er vor, dass der jüdische Staat durch einseitige Rückzüge aus Gebieten ohne strategische Bedeutung einen ersten Schritt für den Frieden einleiten könnte.

(Aus dem Artikel „When Biden met Golda: New details emerge of storied encounter on the eve of war“, der von der Times of Israel veröffentlicht wurde. Übersetzung von Florian Markl.)

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