Algerien verbietet Gesichtsschleier am Arbeitsplatz

„Reuters zufolge haben die algerischen Behörden Frauen verboten, bei der Arbeit den das Gesicht vollständig verbergenden Niqab zu tragen, da man sie sonst nicht eindeutig erkennen könne. Die Regierung veröffentlichte am 18. Oktober eine Erklärung mit dem Titel ‚Die Pflichten von Angestellten und Beamten mit Blick auf die Kleiderordnung‘, in der es heiße, Frauen müssten den Sicherheitsvorschriften nachkommen: ‚Frauen sind dazu verpflichtet, den Erfordernissen der Sicherheit und der Kommunikation stets zu entsprechen. Dazu ist es erforderlich, dass ihre Identität automatisch und dauerhaft festgestellt werden kann, insbesondere am Arbeitsplatz.‘ Außerdem gab die Regierung vor Beginn des neuen akademischen Jahrs bekannt, dass Studentinnen den Niqab bei Prüfungen nicht tragen dürften, da er genutzt werden könnte, um zu betrügen.

Zudem wurde der Spruch ‚Im Namen Allahs, des Allergnädigsten und Allerbarmherzigsten‘ aus den Schulbüchern entfernt, und die Zahl der Religionsstunden in den Schulen verringert. Das Nationale Koordinationskomitee für Lehrer der Islamischen Wissenschaften in Algerien bemerkte dazu, es handele sich um Bestrebungen, ‚den mit unserer nationalen Identität und den Symbolen des Islam in Verbindung stehenden Fächern zu schaden‘. Der algerische Minister für Religiöse Angelegenheiten Mohammed Aissa unterstützte dagegen die Reformen der Regierung. Sie seien eingeführt worden, ‚um dem Fanatismus und Extremismus ein Ende zu setzen‘. Von 1991 bis 2002 gab es in Algerien einen brutalen Bürgerkrieg zwischen den Streitkräften und islamistischen Aufständischen, bei dem fast 200.000 Menschen umkamen. Seitdem bemüht sich die Regierung darum, religiöse Institutionen und den Religionsunterricht in den Schulen zu überwachen, um eventuellen Extremismus zu unterbinden.“ (Mirna Abdulaal: „Algeria Bans the Niqab in the Workplace“)

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