Latest News

Algerischer TV-Kommentator beschuldigt »jüdische Lobby«, Messi zu schützen

Argentinien-Fanns feiern Lionel Messis Hattrick gegen Algerien
Argentinien-Fanns feiern Lionel Messis Hattrick gegen Algerien (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Der Journalist Mustapha al-Maazouzi lastete die 0:3-Niederlage gegen Argentinien der jüdischen »Mafia« an, die Algerien für seine Position zu Gaza und der Westsahara bestrafen wolle.

Die Aufregung um die 0:3-Niederlage Algeriens gegen Argentinien im Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft hallt im nordafrikanischen Land weiter nach. Dies hat nun sogar die Nationale Unabhängige Behörde für die Regulierung audiovisueller Medien zum Eingreifen gezwungen.

Der Journalist Mustapha al-Maazouzi, eine der beliebtesten Medienpersönlichkeiten Algeriens, schien Lionel Messis Hattrick gegen seine Nationalmannschaft nicht verkraften zu können und erklärte live auf Sendung: »Messi wird von der jüdischen Lobby geschützt. Diese Lobby kontrolliert die Welt. Sie lenkt sie nach Belieben, als wäre sie eine Mafia. Gianni Infantino [der Präsident der FIFA] will nicht, dass es für uns gut läuft. Wir sind ein Land mit Würde. Wir sind ein Land namens Algerien. Wir vertreten politische Standpunkte zur Westsahara und zur Palästina-Frage, und deshalb wollen sie nicht, dass es uns gut geht. Wenn wir die Fähigkeit hätten, die Weltmeisterschaft zu gewinnen, würden sie einen Weg finden, uns daran zu hindern.«

Medienbehörde greift ein

Nach diesen und weiteren Äußerungen von al-Maazouzi gab die nationale Medienbehörde eine offizielle Erklärung ab: »Wir haben mehrere im Fernsehen ausgestrahlte Sportsendungen und Analysen verfolgt, die sich mit dem Spiel zwischen Algerien und Argentinien im Rahmen der Weltmeisterschaft 2026 befassten.«

Während der analysierten Sendungen seien Äußerungen zu hören gewesen, »die die Grenzen einer professionellen Sportanalyse überschritten und in Anschuldigungen, Verleumdungen sowie hetzerische und beleidigende Äußerungen mündeten. Wir betonen, dass Themen dieser Art in einem professionellen, ausgewogenen und respektvollen analytischen Rahmen diskutiert werden müssen, wobei die Würde von Personen und Institutionen gewahrt und unbegründete Anschuldigungen oder hetzerische Äußerungen vermieden werden müssen.«

In ihrer Erklärung forderte die Behörde alle Rundfunkanstalten des Landes auf, die Regeln der Professionalität und Verantwortung einzuhalten und die geltenden rechtlichen und ethischen Bestimmungen zu beachten. Sie stellte klar, dass sie die Rundfunkinhalte weiterhin überwachen werde und dass sie im Falle einer Wiederholung der geschilderten Vorfälle Maßnahmen gegen die Beteiligten ergreifen könne.

Bleiben Sie informiert!
Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren.

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung. Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte oder direkt über Ihren PayPal Account. 

Mehr zu den Themen

Das könnte Sie auch interessieren

Wir reden Tachles!

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren!

Nur einmal wöchentlich. Versprochen!