Al-Quds-Tag: Antisemitische Kundgebung in Wien

Al-Quds-Marsch in Wien 2016

„Kleine Buben in Uniform waren bei der Al-Quds-Tag-Kundgebung im Vorjahr in Wien zu sehen. ‚Zionismus ist Faschismus‘ wurde skandiert. Al-Quds bedeutet auf Arabisch Jerusalem. Der jährliche Aktionstag am letzten Samstag des Ramadan wurde vom Iran ausgerufen – Ziel ist die Befreiung Jerusalems von den Juden. Jahr für Jahr wird in vielen Städten protestiert – auch in Wien. Über Israelkritik gehen die Märsche durch die Stadt weit hinaus. Experten wie Andreas Peham vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) stufen den jährlichen Event als antisemitisch ein. ‚Diese Demo, bei der antisemitische Parolen und Botschaften üblich sind, ist keine Meinungsäußerung, sondern Hasspropaganda gegen jüdische Bürgerinnen und Bürger‘, hielt dazu vergangenes Jahr der Wiener SPÖ-Politiker Peter Florianschütz fest. Und betonte: ‚Antisemitismus hat in unserer Stadt keinen Platz.‘

Dennoch wird auch morgen wieder im Rahmen des ‚Al-Quds-Tages‘ in Wien protestiert. Die Rahmenbedingungen lassen nichts Gutes erahnen. Einerseits bezeichnete Ali Khameini, der oberste geistliche Führer im Iran, Israel erst vor ein paar Tagen erneut als Krebsgeschwür, das ausgemerzt werden müsse, wie das Bündnis ‚Stop the Bomb‘, das gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, dem Republikanischen Club, den Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen und der SPÖ-Nationalratsabgeordneten Petra Bayr unter dem Titel ‚Gemeinsam gegen Antisemitismus! #KeinQudsTag in Wien‘ zu einer Gegenkundgebung aufruft, diese Woche anprangerte. Andererseits wird die aktuelle Situation an der Grenze von Gaza zu Israel stark zur Mobilisierung für diesen Marsch beitragen.“ (Alexi Weiss: „Al-Quds-Tag-Zeit“)

„Stop The Bomb begrüßt, dass der Wiener Landtag am 25. Mai einstimmig einen Beschluss gegen den Quds-Tag gefasst hat, in dem auch darauf verwiesen wird, dass bei der Quds-Demonstration ‚in den letzten Jahren Slogans wie »Tod den Juden« skandiert und gegen den Staat Israel und auch gegen die jüdische Bevölkerung gehetzt‘ wurde.Der Quds-Marsch der Khomeini- und Khamenei-Anhänger, der letztes Jahr in der Burggasse von Antifaschisten kurzzeitig blockiert wurde, endet ausgerechnet am Platz der Menschenrechte. Grigat dazu: ‚Zynischer könnte der Ort von Anhängern eines Regimes, das tausende Iraner ermordet hat und unter Präsident Rohani noch deutlich mehr Menschen hinrichtet als unter seinem Vorgänger, nicht gewählt sein.‘“ (Presseaussendung: „Protest gegen Quds-Marsch des iranischen Regimes in Wien“)

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