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Al-Qaida verstärkt Terror in Afrika

Anschlag der Al-Shabaab-Milizen in Somalia
Anschlag der Al-Shabaab-Milizen in Somalia (© Imago Images / Xinhua)

Die vermehrten tödlichen Anschläge der afrikanischen Al-Qaida-Ableger erinnern daran, dass die Bedrohung durch die islamistische Terroroganisation auch weiterhin besteht.

In den letzten Monaten haben Al-Qaida nahestehende Organisationen im Nahen Osten und in Afrika ihre blutigen Angriffe im Jemen und Somalia intensiviert. Dies zeigt, dass die Bedrohung durch die Organisation trotz der schweren Schläge, die sie einstecken musste – darunter vor allem die Tötung ihres Anführers Ayman al-Zawahiri bei einem US-Luftangriff in Afghanistan vor einigen Wochen –, wieder zugenommen hat.

Somalia

Am Horn von Afrika hat die Al-Shabab-Bewegung, einer der Ableger von Al-Qaida in Afrika, in den letzten Monaten ihre Anschläge und terroristischen Operationen innerhalb und außerhalb Somalias, insbesondere in Kenia, intensiviert; im heurigen Jahr waren es schon über hundert.

Der schwerste Al-Shabab-Anschlag fand im August statt, als die Terrororganisation das Hyatt-Hotel im Zentrum der somalischen Hauptstadt Mogadischu in die Luft sprengte, wobei einundzwanzig Menschen zu Tode kamen und viele verletzt wurden. Bei einem Attentat im September im somalischen Bundesstaat Hiran gab es neunzehn Tote. Zuvor hatte die terroristische Bewegung die befestigte Militärbasis am Flughafen von Mogadischu angegriffen, wo sich die Mission der Afrikanischen Union und mehrere ausländische Botschaften befinden.

Ahmed Sayed Ahmed, Experte für terroristische Organisationen, sagte, die Al-Shabab-Bewegung habe ihre Angriffe in den letzten Monaten intensiviert, um zu beweisen, dass sie noch existiere und die somalische Regierung bedrohen kann. Damit möchte sie die Schwäche und das Versagen der Sicherheitskräfte am Horn von Afrika unter Beweis stellen.

Jemen

Auch im Jemen hat die Aktivität der Al-Qaida im Jahr 2022 deutlich zugenommen, nachdem sie in den Jahren davor zurückgegangen war. Im September dieses Jahres verübte der Al-Qaida-Ableger den seit Langem tödlichsten Anschlag, als er einen Kontrollpunkt im Gouvernement Abyan im Süden des Landes angriff und einundzwanzig Mitglieder der Sicherheitskräfte töteten. Einem zweiten Angriff im September kosteten vier Sicherheitskräfte das Leben, sechs weitere wurden verwundet. Insgesamt verübte der Al-Qaida-Ableger im heurigen Jahr sieben größere Anschläge, was auf eine verstärkte Aktivität hinweist.

Hammoud Nasser Al-Qadami, jemenitischer Experte für terroristische Organisationen, erklärte in diesem Zusammenhang, die Rückkehr der Al-Qaida in den Jemen löse »auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene Besorgnis aus, da befürchtet wird, dass die Organisation ihre Kräfte gebündelt und neue Mitstreiter angeworben haben könnte«. Die vermehrten Attentate deuteten darauf hin, »dass sie über große finanzielle und personelle Kapazitäten verfügt und in der Lage ist, Anschläge an mehr als einem Ort und in mehr als einem Gouvernement zu planen und durchzuführen«.

Terrorismusforscher Ahmed Sultan geht davon aus, die Bedrohung durch Al-Qaida werde insbesondere in Afrika zunehmen. So bestehe kein Zweifel, »dass das Comeback von Al-Qaida von Afrika aus erfolgen wird«. In den kommenden Monaten werde es zu einer verstärkten und intensiveren Aktivität kommen, »da die Al-Shabab-Bewegung versuchen wird, ihre terroristischen Operationen zu verstärken, und die Gruppierung der Nationalen Unterstützung des Islam und der Muslime stärkeren Druck auf die Interimsbehörde in Mali ausüben wird, nachdem sie sich in Gebieten von Burkina Faso ausgebreitet hat«. Afrika sei komplex, und die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen, aber auch die klimatischen Veränderungen begünstigten die Ausbreitung des Terrorismus auf dem Kontinent, fügte Sultan hinzu.

Der Experte für terroristische Organisationen, Munir Adib, meinte sogar, dass »Al-Qaida derzeit gefährlicher ist als der Islamische Staat, denn Al-Qaida ist auf dem afrikanischen Kontinent am weitesten verbreitet und präsent«. Abschließend erklärte er, die Terrororganisation sei immer noch stark und seiner Ansicht nach wie vor in der Lage, »Ereignisse wie die Anschläge vom 11. September 2001 zu wiederholen, sei es in Amerika oder in einem anderen Land«.

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