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Ägypten und Türkei: Ein Händedruck als Zeichen der Annäherung

Die Eröffnung der Fußball-WM in Katar bot eine gute Möglichkeit zu einem Treffen zwischen dem ägyptischen und dem türkischen Präsidenten, das erfolgreich verlaufen sein soll.

Überraschend traf der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Rand der WM-Eröffnung am vergangenen Sonntag in Doha erstmals mit seinem ägyptischen Amtskollegen Abdel Fattah El-Sisi zusammen, was die Annäherung zwischen den beiden Ländern beschleunigen könnte.

Die türkische Präsidentschaftskanzlei veröffentlichte ein Bild, das die beiden Politiker bei einem freundlichen Händedruck in Anwesenheit des Emirs von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, zeigt. Es war das erste Treffen zwischen den beiden Präsidenten, nachdem neun Jahre lang politische Entfremdung, verbunden nur mit scharfer gegenseitiger Kritik zwischen den beiden Ländern herrschte.

Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, führte Erdogan ein kurzes Gespräch mit El-Sisi und anderen Staatsoberhäuptern, darunter Jordaniens König Abdullah II. Gleichzeitig teilte die ägyptische Präsidentschaftskanzlei mit, El-Sisi und Erdogan hätten während ihres Treffens die Tiefe der historischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und dem ägyptischen und türkischen Volk bekräftigt. In ihrer Erklärung hieß es, sie seien sich einig gewesen, dass ihr Treffen den Beginn der Entwicklung bilateraler Beziehungen darstelle.

Zankapfel Erdgas

Die Beziehungen zwischen Kairo und Ankara sind seit dem Sturz des ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mohamed Mors im Juli 2013 angespannt, da die Türkei von ägyptischer Seite beschuldigt wird, die islamistische Muslimbruderschaft zu unterstützen, der Morsi angehörte. Allerdings haben die beiden Staaten im vergangenen Jahr politische Konsultationen auf hoher Beamtenebene der beiden Außenministerien aufgenommen.

Die Annäherung schien jedoch ins Stocken zu geraten und über Konsultationen zwischen den beiden Außenministerien nicht hinauszukommen – bis zum Treffen zwischen El-Sisi und Erdogan am letzten Sonntag.

Nach der Zusammenkunft sagte der türkische Präsident laut Anadolu, sein Treffen mit El-Sisi in Katar sei der erste Schritt gewesen, um einen neuen Weg zwischen den beiden Ländern einzuschlagen. »Ich hoffe, dass wir die Etappe, die zwischen unseren Ministern begonnen hat, später durch Gespräche auf hoher Ebene zu einem guten Abschluss bringen werden.« 

Erdogan betonte, die einzige Forderung seines Landes an die Ägypter bestehe darin, jenen, die im Mittelmeerraum »feindliche Positionen« gegen die Türkei einnehmen, Folgendes mitzuteilen: »Wir wollen Frieden in der Region schaffen.«

Erdogans Forderung in Bezug auf den Mittelmeerraum mache laut dem Politikexperten Khorshid Lee deutlich, der Streit zwischen den beiden Seiten betreffe den Mittelmeerraum und bestehe aus zwei Teilen: »Der erste Teil betrifft Libyen, insbesondere nach dem jüngsten Abkommen zwischen der türkischen Regierung und der von Abdul Hamid al-Dabiba in Tripolis. Er bezieht sich auf die Definierung der Seegrenzen zwischen den beiden Ländern, die Ägypten sofort abgelehnt hat.«

Der zweite Teil beziehe sich auf die regionalen Allianzen in Bezug auf die Erdgasvorkommenim östlichen Mittelmeer, wo die ägyptisch-griechisch-zypriotischen Beziehungen eine Entwicklung durchmachen, die Ankara nicht begrüße.

Ankara sehe in den Schritten Griechenlands, Zyperns und Ägyptens eine Bedrohung seiner Interessen, insbesonders, nachdem die Türkei aus dem Östlichen-Mittelmeer-Gasforum ausgeschlossen wurde, das 2019 in Kairo gegründet worden war, um einen regionalen Gasmarkt in der Region zu schaffen, so Khorshid.

Der ehemalige ägyptische Außenminister Mohamed Al-Orabi bezeichnete das Treffen zwischen Erdogan und El-Sisi als »einen Durchbruch in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern und den richtigen Anfang eines neuen Weges, auf dem aufgebaut werden kann.« Er stimmte jedoch mit Khorshid darin überein, dass es noch Diskussionsbedarf zwischen ihnen gebe und der Weg zur Normalisierung noch ein langer sei.

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