Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Post Type Selectors

400 Sekunden bis Tel Aviv:  Iran droht Israel mit Hyperschallraketen

Iranische Zeitung droht Israel auf Hebräisch
Iranische Zeitung droht Israel auf Hebräisch (Quelle: Sereenshot, © Imago Images / ZUMA Wire)

Eine iranische Zeitung warnte davor, die neue von der Islamischen Republik entwickelte Hyperschallrakete könnte Israel innerhalb von vierhundert Sekunden erreichen.

Die iranische Zeitung Sobh-e-Sadegh veröffentlichte am Montag auf ihrer Titelseite eine Drohung auf Hebräisch, in der sie davor warnte, eine neue iranische Hyperschallrakete wäre in der Lage, Israel in vierhundert Sekunden, also etwas mehr als sechseinhalb Minuten, zu erreichen. »400 Sekunden: General Amir Ali Hajizadeh, Kommandeur der Luft- und Raumfahrtkräfte des Korps der Islamischen Revolutionsgarden, sagte, dass der Iran über die Technologie für Hyperschallraketen verfügt«, schrieb die Zeitung, die selbst den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) angehört.

In dem Artikel des als Verteidigungsexperte bezeichneten Journalisten Hamza Pariyab heißt es, die neue Rakete sei ein »Game Changer«, da sie fähig sei, die meisten modernen Raketenabwehrsysteme zu umgehen. Damit könnte die Rakete verwendet werden, um die Verteidigungssysteme eines Landes auszuschalten und den Weg für einen Massenstart von Drohnen und Raketen zu ebnen.

Pariyab verwies in seinem Text auch auf einen alten Brief, den Hassan Teherani Moghaddam, der »Vater« des iranischen Raketenprogramms, an den iranischen Obersten Führer Ali Khamenei geschrieben habe, in dem die Entwicklung einer »superschnellen Rakete mit hoher Reaktionsfähigkeit« erwähnt werde. Auch auf die Bemühungen zur Entwicklung von Satelliten-Trägerraketen, die schließlich zur jüngsten Entwicklung der Ghaem-100-Satellitenrakete führten, sei schon in Moghaddams Schreiben verwiesen worden, betont Sobh-e-Sadegh, was wohl bekräftigen soll, dass Moghaddams vor Jahren gemachte Ankündigungen mittlerweile wahr geworden seien.

Hassan Teherani Moghaddam war im November 2011 bei einer Explosion in der Raketenbasis Bidganeh ums Leben gekommen, bei der mindestens siebzehn Angehörige der IRGC starben. Während die Explosion zunächst als Unfall gemeldet wurde, berichteten westliche Medien, darunter The Guardian und das Time Magazine, dass der Vorfall dem Mossad angelastet wurde.

Auf einer Veranstaltung zum Jahrestag der Explosion am vergangenen Donnerstag erklärte IRGC-General Amir Ali Hajizadeh Hajizadeh, es sei dem Iran gelungen, eine fortschrittliche ballistische Hyperschallrakete zu entwickeln, die in den Weltraum eindringen und Raketenabwehrsysteme angreifen kann. »Diese Rakete erzielt eine hohe Geschwindigkeit und kann inner- und außerhalb der Erdatmosphäre manövrieren. Sie zielt auf die fortschrittlichen Raketenabwehrsysteme des Feindes und ist ein großer Quantensprung im Raketenbau.«

Das System fliege nicht nur mit Hyperschallgeschwindigkeit, sondern sei auch in der Lage, es sowohl mit innerhalb als auch mit außerhalb der Atmosphäre operierenden Verteidigungssystemen aufzunehmen. »Diese neue Rakete der Islamischen Republik Iran wird alle diese Systeme überwinden, und ich glaube nicht, dass man in den nächsten Jahrzehnten eine Technologie finden wird, die ihr gewachsen ist.« 

Hajizadeh machte allerdings keine weiteren Angaben zu der angeblich vom Iran entwickelten Waffe und so bleibt es unklar, ob sie bereits erfolgreich getestet wurde oder nicht.

Hyperschallraketen fliegen mit einer Geschwindigkeit von Mach 5 oder mehr. Zwar können auch Interkontinentalraketen diese Geschwindigkeit erreichen, doch bewegen sie sich in einem vorhersehbaren Bogen und sind dadurch leichter zu treffen. Im Gegensatz dazu sind Hyperschallraketen manövrierfähig, sodass sie Abwehrsystemen ausweichen und sich dem Radar entziehen können. Die USA, Russland, China und Nordkorea haben bereits erfolgreich Hyperschallraketen getestet, auch wenn genaue Einzelheiten über diese Waffen noch nicht bekannt sind. Russland hat im März eine Hyperschallwaffe namens Kinzhal-Rakete bei einem Angriff auf ein militärisches Treibstoffdepot in der Ukraine eingesetzt.

Bleiben Sie informiert!
Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren sowie ein Editorial des Herausgebers.

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung. Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte oder direkt über Ihren PayPal Account. 

Mehr zu den Themen

Das könnte Sie auch interessieren