ZDF zeigt Verständnis für Zwangsheiraten

Zwangsehe„Ein ZDF-Moderator stellt Sabatina James, einer selbst vor Zwangsehe geflüchteten Frau, die sich seit Jahren für betroffene Mädchen einsetzt, seltsame Fragen. Er gibt vor, die Position einer minderjährigen Braut einzunehmen und kann sich vorstellen ‚… es war eine Beziehung die ihren Interessen und Neigungen entsprach…‘. Auch, ob Frau James die Elternrechte unterminieren möchte, fragte der bekannte Fernsehmann sinngemäß.

Ich möchte Christine Schirrmacher zitieren, die auf der Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte schreibt:

‚Zwangsehen bedeuten für die Betroffenen eine grundlegende und dauerhafte Verletzung ihres Menschenrechts auf sexuelle Selbstbestimmung und eine Negierung des Grundsatzes der Gleichberechtigung. Sie stellen als legalisierte Form der Vergewaltigung eine besonders schlimme Form der Nötigung dar. Ihre Opfer verdienen jede Art von Unterstützung, zumal Zwangsehen häufig eine Reihe von weiteren Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen nach sich ziehen, wie etwa Einschränkungen und Verbote (der Berufstätigkeit oder Ausbildung der Ehefrau), ihre häusliche Ausbeutung sowie die Androhung oder Anwendung von Gewalt, so dass Zwangsehen von einer modernen Form der Sklaverei nicht wirklich zu unterscheiden sind. Auch die Tatsache, dass viele Frauen in dieser Situation sich in ihr Schicksal scheinbar ergeben haben und die Möglichkeit zur Flucht oder Anklage nicht nutzen, ändert an dieser Einschätzung nichts und ist von Personen in ähnlichen Abhängigkeitsverhältnissen, wie etwa bei Opfern des Menschenhandels, seit langem bekannt.‘“

(Karin Beate Kraml: „Anything goes. Ob Burka oder Kinderehe“)

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