„Wir lassen die jungen Muslime im Stich“

Die Politik müsste eingestehen, dass die Zahl radikalisierter Muslime steigt; sie müsste die Verbindungen zwischen Moscheen und extremistischen Strömungen transparent machen. Insbesondere das Integrationsdezernat und das Amka, das Amt für Multikulturelle Angelegenheiten, müssten mehr im Sinne der liberalen Gesellschaft agieren. Das Gegenteil geschieht. Es wird nicht aufgeklärt, es wird sich weggeduckt. (…)

Ich sehe nicht, dass da, wie immer behauptet wird, ein robuster Dialog geführt würde. Es wird nach außen häufig so getan, als wären das alles nur Vertreter von Kulturvereinen und nicht auch politische Lobbyisten. Die wollen Einfluss, Macht, die haben Ziele. Nehmen Sie Aiman Mazyek. Er ist als Vorsitzender des Zentralrats der Muslime ein gefragter Gesprächspartner in der Politik und in Talkshows – besonders zum Thema Radikalisierung. Das ist absurd. Mazyek ist eng mit den Muslimbrüdern und einem Graue-Wölfe-Ableger, der ATIB, verknüpft. (…)

Man erlebt schon einiges: Personen, die Islamismus leugnen und Lobbyisten sind, werden mit Integrationspreisen dekoriert. Politische Experten lassen sich auch schon mal in Moscheen der radikalen türkischen Milli Görüs sehen oder mit jungen Muslimbrüdern. Das Signal, das sie damit in die Gemeinden senden, ist falsch: Seht her, alles okay. Dabei müssten wir gerade auch für die jungen Muslime Aufklärung leisten und nicht die loben, die den Boden bereiten. Verführung beginnt ja nicht erst beim Salafismus. Wir lassen die jungen Muslime im Stich, das ist der eigentliche Skandal.“ (Aus einem Interview mit der Frankfurter SPD-Politikerin Sigrid Herrmann-Marschall: „Islamistische Terrorgefahr: „Die Politik duckt sich weg“)

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