Wie Marokko die EU unter Druck setzen will

Die spanische und marokkanische Presse hat eine ganz andere Erklärung: Die Grenzsoldaten auf marokkanischer Seite würden großzügig wegschauen. Nur so sei es möglich gewesen, die Türen zu zerstören. ‚Erinnern wir uns, dass der Ansturm nur zehn Tage nach den Erklärungen von Aziz Akhannouch gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE stattfand‘, schreibt das marokkanische Nachrichtenportal Le 360, dem gute Beziehungen zum Königshaus nachgesagt werden. In jenem Interview beschwerte sich der marokkanische Landwirtschafts- und Fischfangminister über ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), laut dem Landwirtschaftsprodukte aus der von Marokko besetzten ehemaligen spanischen Kolonie Westsahara nicht unter das Freihandelsabkommen Marokkos mit der EU aus dem Jahr 2012 fallen. (…)

‚Warum sollen wir weiter Polizei spielen? Wieso sollen wir die afrikanische Migration durch Marokko blockieren, wenn Europa nicht mit uns zusammenarbeiten will?‘, fragte Akhannouch, der als enger Vertrauter des Königs gilt. Die Botschaft in Richtung EU ist eindeutig: In den Wäldern rund um Ceuta und Melilla warten Tausende auf ihre Chance, die Grenzzäune zu überwinden.“ (Reiner Wandler: „Massenansturm in Ceuta: Marokkos Strategie gegen die EU“)

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