Wie deutsche Medien stets Israel die Schuld zuschieben

„Die Schlagzeilen der deutschsprachigen Medien sprechen für sich: ‚Streit um Tempelberg eskaliert‘ titelt die Tagesschau, ‚Gewaltexplosion nach Gebeten am Tempelberg‘ lesen wir bei t-online und die Welt schreibt über ‚Die gefährliche Eigendynamik im ewigen Streit um den Tempelberg‘. Dabei kamen die gewaltsamen Auseinandersetzungen beim Freitagsgebet am 21. Juli keinesfalls überraschend. Eine Woche zuvor hatten drei Attentäter am Löwentor in der Nähe des Tempelbergs zwei israelische Polizisten ermordet und anschließend versucht, auf den Tempelberg zu fliehen um den israelischen Sicherheitskräften zu entkommen. Diese verfolgten die Attentäter, erschossen sie und durchsuchten das Areal nach Waffen. Wie erwartet wurden sie fündig und erstmals seit den Unruhen im Jahr 2000 sperrten sie deshalb den Zugang zum von der jordanischen Waqf-Stiftung verwalteten Areal und verhinderten so das Freitagsgebet in der Al-Aksa Moschee auf dem Tempelberg. In der Folge riefen der Mufti von Jerusalem und die Fatah dazu auf, zum Tempelberg zu gehen. Am Dienstag, dem 18. Juli kam es zu Unruhen, weshalb die israelische Armee in Alarmbereitschaft versetzt war und am folgenden Freitag den Zugang einschränkte. Zudem installierte sie Metalldetektoren um das neuerliche Einschmuggeln von Waffen auf den Tempelberg zu verhindern (…)

Unter der Überschrift ‚Sechs Tote nach Streit um Tempelberg‘ berichtet Benjamin Hammer am 22. Juli 2017 aus dem ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv auch über die Ermordung von Mitgliedern einer jüdischen Familie im Westjordanland, um dann vor den Berichten über weitere Auseinandersetzungen festzustellen: ‚Damit sind am Freitag drei Israelis und drei Palästinenser getötet worden.‘ Fast kann man für dieses implizite ‚Unentschiede‘ dankbar sein, denn die meisten anderen Medien verschweigen die bestialische Ermordung der jüdischen Familie. (…) Lizzy Kaufmann schreibt am 23. Juli im Tagesspiegel: ‚Der Nahe Osten wird von Gewalt erschüttert – wieder einmal: Ein Palästinenser hat am Freitag drei Israelis erstochen, bei Demonstrationen kamen Medienberichten zufolge vier Palästinenser ums Leben. Auslöser sind Metalldetektoren, die Israel als Reaktion auf eine Terrorattacke am Tempelberg installiert hat. Die aufgeheizte Stimmung verheißt nichts Gutes für die nächsten Monate.‘ Und weiter: ‚Am Tempelberg, einem der heikelsten Orte der Welt, geschichtsträchtig und religiös umstritten, bedeutet jede noch so winzige Veränderung Risiko für Unruhen. Selbst einfache Metalldetektoren haben hier enorme Symbolkraft. Muslime sehen darin eine Veränderung des fragilen Status quo, der seit Israels Eroberung von Ostjerusalem 1967 besteht‘. Nicht nur schafft sie es, mit dieser Vermischung der Ereignisse das Verhältnis der Toten wieder ‚zu Gunsten‘ der Palästinenser auszulegen, darüber hinaus schiebt sie die Fragilität der Situation auf den für Israel siegreichen Ausgang des Sechs-Tage-Kriegs, in den einzutreten sich Israel angesichts der Bedrohung durch seine Nachbarn genötigt sah. Wie ihr Kollege erweckt sie den Eindruck, Israel wolle etwas an diesem Status zu Ungunsten der Palästinenser ändern.“ (Nikoline Hansen: „Eskalation mit Ansage“)

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