Wenig türkisches Interesse an Affäre um dauerbeleidigten Präsidenten Erdogan

„Der Skandal um das derbe Böhmermann-Gedicht über den dauerbeleidigten Präsidenten Erdogan interessiert die meisten Türken nur mäßig. Dafür gibt es gute Gründe – politische, aber auch ästhetische. … Kurz: Die Türkei hat andere Probleme. Jedes einzelne davon, so sagen kritische Journalisten, würde in einem ‚normalen Land‘ monatelang die Öffentlichkeit beschäftigen. Und daran, dass der Staatspräsident sich ständig beleidigt fühlt, hat man sich hierzulande gewöhnt: Knapp 2000 Anklagen wegen Beleidigung des Staatspräsidenten wurden seit seinem Amtsantritt im August 2014 erhoben. …

Und eigentlich hatte man das Thema schon fast vergessen, bis letzte Woche ein Kamerateam des regierungsnahen Senders A-Haber die ZDF-Zentrale in Mainz besuchte und sich über die ZDF-Verantwortlichen beschwerte (‚Sie sehen, wie es um die Pressefreiheit in Deutschland bestellt ist: Die Hände in den Hosentaschen‘). Das war todernst gemeint, wurde aber zu einer großen Lachnummer.“ (Der Türkei-Korrespondent Deniz Yücel in der deutschen Tageszeitung Die Welt: Skandal-Gedicht. In der Türkei gibt es Wichtigeres als Böhmermann“)

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