Iran: Warum sich ein Übersetzer Trump nicht zu übersetzen traut

„Ein Übersetzer im iranischen Fernsehen verteidigte sich am Mittwoch gegen weit verbreitete Kritik, wonach er die Anwürfe von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran in dessen erster Ansprache vor der UNO-Vollversammlung abgemildert hatte. Nima Chitsaz, der als Übersetzer beim Staatssender IRIB arbeitet, erklärte, er habe sich im Eifer des Gefechts entschlossen, sein persisch-sprachiges Publikum mit den Verbalattacken des US-Präsidenten zu verschonen.

‚Ich finde nicht, dass es erfreulich wäre, wenn ich mich im landesweiten Fernsehen gegen mein Land äußern würde’, sagte er anschließend dem Fernsehsender IRINN.

Als Trump den Iran als ‚erschöpften Schurkenstaat’ bezeichnete, ‚dessen wichtigsten Exporte Gewalt, Blutvergießen und Chaos’ seien, übersetze Chitsaz lediglich: ‚Der Iran spricht davon, Israel zerstören zu wollen.’

Weiter hatte Trump vor der UNO-Vollversammlungen erklärt: ‚Von der gewaltigen Militärmacht der Vereinigten Staaten abgesehen … fürchten die Machthaber im Iran nichts mehr als ihr Volk.’ Für die iranischen Zuschauer wurde dies so übersetzt: ‚Die US-Armee ist eine sehr starke Armee und die iranische Nation ist eine sehr starke Nation.’

‚Daher schränkt das Regime den Internetzugang ein, montiert Satellitenschüsseln ab, schießt auf unbewaffnete demonstrierende Studierende und inhaftiert politische Reformer’ wurde widergegeben als: ‚Viele Vorfälle ereignen sich im Iran, die wir für inakzeptabel halten.’“ (The Times of Israel/AFP: „Iran translator mocked for soft-balling Trump’s UN speech on state TV“)

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