„Einsame Wölfe“, gefährlich wie IS-Terroristen

„Am 26. Mai hat IS-Sprecher Mohammed al-Adnani erneut eine Nachricht ins Netz gestellt, in der er den Fastenmonat Ramadan, der am Montag vergangener Woche begonnen hat, als einen ‚Monat des Desasters für alle Ungläubigen‘ ausrief. Fakt ist, dass der IS damit eine Art Freischein für weltweiten Ruhm ausgestellt hat. Jeder Nachahmungstäter kann sich inzwischen dieses ‚Franchise-Systems für Verbrechen und Massaker‘ bedienen, wie es der französische Philosoph Pascal Bruckner formuliert. Für den IS geht die Rechnung doppelt auf: Er selbst benutzt Attentate für seine Propaganda, die er weder finanziert noch in Auftrag gegeben hat. (…)

‚Der Begriff [einsamer Wolf] ist eigentlich falsch. Einsamer Wolf ist viel zu schmeichelhaft‘, sagt Asiem El Difraoui, deutsch-ägyptischer Politologe, Fachmann für Dschihadismus und Internet-Propaganda. ‚Das Schema ist nicht neu. Der IS liefert die Blaupause und sagt: »Macht, was ihr wollt!« Insofern handelt es sich um Einzeltäter innerhalb eines Umfeldes, die Aktionen gegen weiche Ziele machen, um die Gesellschaft zu spalten.‘ Das bedeute aber nicht, dass sie sich ‚ganz allein im Internet radikalisiert haben‘. In fast allen Fällen bewegten sich solche Täter ‚in einem radikalen Umfeld oder hatten direkten Kontakt zum IS‘.“

(Martina Meister in der deutschen Tageszeitung Die Welt: „Islamistische Einzeltäter. Der IS profitiert vom ‚Franchise-System für Massaker‘“)

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