Türkischer Minister droht, US-Flugzeuge über Syrien abzuschießen

„Drohgebärden aus der Türkei ist man im Westen mittlerweile gewohnt. Der persönliche Berater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan könnte im Interview mit einem chinesischen Radiosender jetzt aber zu weit gegangen sein. Denn Ilnur Cevik drohte im Gespräch mit dem Sender CRI FM am Mittwoch, US-amerikanische Flugzeuge über Syrien abzuschießen: ‚Wer weiß, mehrere Raketen könnten sie aus Versehen treffen.‘ Ceviks Entgleisung folgte, nachdem der Moderator ihn auf die US-Präsenz in den kurdisch kontrollierten Gebieten des Bürgerkriegslandes angesprochen hatten. ‚Die USA agieren als Schutzschild für die PKK‘, polterte der Erdogan-Berater. Und sie fällt mitten in eine höchst explosive Stimmung.

Die Türkei schrecke nicht davor zurück, die Offensive gegen die kurdischen Kämpfer auszuweiten, sagte Cevik. Der Erdogan-Vertraute erinnerte an den türkischen Einsatz in Syrien gegen den IS: ‚Wir sind dort einmarschiert und waren über Nacht in Al-Bab. Dasselbe gilt für Nordsyrien. Wenn sie (PKK, d. Red) noch weiter gehen, werden wir uns nicht darum kümmern, ob US-Soldaten dort sind.‘ Auch der Radiomoderator zeigte sich verdutzt über die scharfe Drohung. Doch Cevik fragte nur: ‚Was wollen wir denn tun, wenn sie so handeln?‘“ (Lennart Pfahler: „‚Raketen könnten sie treffen‘: Mit dieser Drohung geht die Türkei zu weit“)

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