Türkei: Verschwörungstheorien über Kurdistan und Israel

„Angesichts des näher rückenden Unabhängigkeitsreferendums in Irakisch-Kurdistan befördern regierungstreue Medien in der Türkei die die kurdische Selbstbestimmung weiterhin strikt ablehnt — lebhaft Verschwörungstheorien, die sich um die angeblichen Beziehungen zwischen dem kurdischer Anführer Masoud Barzani und israelischen Behörden ranken.

Der neuesten antisemitischen Salve in der türkischen Presse zufolge sollen Barzani und die Israelis vereinbart haben, dass nach dem gegenwärtig für den 25. September geplanten Referendum 200.000 Juden in das von der Kurdischen Regionalregierung (KRG) kontrollierte Gebiet umgesiedelt werden sollen. (…)

Diese auf Israel bezogene Verschwörungstheorie ist im Laufe der vergangenen Woche in mehreren regierungstreuen Publikationen erschienen, darunter in dem Magazin Yeni Safak, das für seine unerbittliche und bedingungslose Unterstützung von Präsident Tayyip Erdogan bekannt ist. Die Artikel beriefen sich alle auf das Magazin Israel-Kurd, ein Periodikum, das in der kurdischen Stadt Erbil erscheint und die historisch guten Beziehungen zwischen den kurdischen und jüdischen Minderheiten im Nahen Osten hervorhebt. Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre flohen Tausende irakische Juden durch die bergreiche kurdische Region mit der Hilfe örtlicher Führer, die mit der kurdischen Widerstandsbewegung in dem Land affiliiert waren, vor der Verfolgung im Irak.“ (Ben Cohen: „Pro-Erdogan Media in Turkey Inciting Antisemitism Over Kurdish Independence Referendum“)

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