Türkei-Deal machte Routen für Flüchtlinge gefährlicher

„Eine deutsche Zeitung hat die Namen von 33.293 Flüchtlingen und Migranten veröffentlicht, die bei dem Versuch, Europa zu erreichen, umgekommen sind. Der Tagesspiegel listete auf 46 Seiten die Namen der Opfer, ihr Alter und Ursprungsland und das Datum ihres Todes auf. (…) Die Zeitung erklärte, sie wolle das Schicksal der ‚Asylbewerber, Flüchtlinge und Migranten, die seit 1993 infolge des restriktiven Vorgehens an den europäischen Außengrenzen oder innerhalb Europas gestorben sind’, dokumentieren. Die Mehrzahl der Menschen auf der Liste ertrank im Mittelmeer. (…)

Der International Organisation for Migration (IOM) der UNO zufolge war das vergangene Jahr das tödlichste für Migranten, die das Mittelmeer zu überqueren versuchten. Mindestens 5079 von ihnen starben während der Reise oder gelten als vermisst. Die Abriegelung der Westbalkanroute und das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei hätten Flüchtlinge und Migranten gezwungen, gefährlichere Routen nach Europa zu wählen. ‚Während die Gesamtzahl der Migranten, die das Mittelmeer auf der östlichen Route zu überqueren versuchten, wesentlich kleiner geworden ist, ist die Todesrate von 1,2 per 100 im Jahr 2016 auf 2,1 per 100 in diesem Jahr gestiegen’, erklärte die IOM in einem im September veröffentlichten Bericht. ‚Ein Grund für diesen Anstieg liegt darin, dass ein größerer Anteil der Migranten jetzt die gefährlichere Route über das mittlere Mittelmeer nimmt. Auf dieser Route starb 2016 von 49 Migranten jeweils einer.’“ (Harriet Agerholm: „German newspaper publishes names of 33,000 refugees who died trying to reach Europe“)

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