Trump lässt Israel im Kampf gegen Irans regionale Ambitionen alleine

By The White House from Washington (https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63165938)

„‚Syrien’ existiert heute natürlich kaum noch. Das Regime wird von seinen iranischen und russischen Meistern angeleitet und die Hälfte des Landes ist weiterhin nicht unter seiner Kontrolle. Der vom Iran angeführte Block und seine klar artikulierte Absicht, Israel dereinst zu zerstören, existieren dagegen sehr wohl und die faktischen Stoßdämpfer, die dem entgegenstehen, sind möglicherweise am verschwinden. Der Generalsekretär der Hisbollah Hassan Nasrallah erklärte vor kurzem den ‚Sieg’ im Syrienkrieg. Bei dem, was noch stattfinde, handele es sich um ‚vereinzelte Gefechte’. Nun sieht es so aus, als würden proiranische Streitkräfte bald die Stadt Bukamal an der syrisch-irakischen Grenze erreichen. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, den viel diskutierten iranischen ‚Landkorridor’ zu schaffen, der von Teheran ununterbrochen bis wenige Kilometer vor die von Israel kontrollierten Golanhöhen reicht. Im September schoss Israel über den Golanhöhen eine iranische Drohne ab. Dies war das jüngste Anzeichen der iranischen Aktivitäten an der Grenze. In Berichten der syrischen Opposition war von der Präsenz des Iran in der Gegend um den Tal Al-Sha’ar-Berg, am Tal Al-Ahmer und im Hauptquartier der 90. Division die Rede, alles Orte nahe der Grenze. (…) Ein Bericht, der kürzlich in der in London herausgegebenen Al-Quds al-Arabi veröffentlicht wurde, berichtet über die iranischen Pläne, die arabisch-sunnitische Bevölkerung zwischen Damaskus und der Grenze zum Libanon auszudünnen und sunnitische Bewohner zu vertreiben, um sie durch regierungstreue Schiiten aus anderen Landesteilen und dem Ausland zu ersetzen. (…)

Die Administration von US-Präsident Donald Trump, die sich weiterhin nur auf den Krieg gegen den Islamischen Staat konzentriert, hat wenig unternommen, um die israelischen Sorgen zu beschwichtigen. Trump und seine Mitarbeiter teilen durchaus die israelische Einschätzung bezüglich der Herausforderung, die in den regionalen Ambitionen des Iran liegt. Es scheint jedoch, als gingen die Konzentration und die Sorge der Administration nicht weit genug, um die militärischen und politischen Maßnahmen zu ergreifen, die erforderlich wären, um die Machterweiterung des Iran in Syrien, im Irak oder im Libanon zu bremsen. (…) Die Verschiebung der tektonischen Platten in der Region schafft eine neue Situation, in der sich ein vom Iran angeführtes Bündnis wieder einmal direkt gegen Israel stellt, wodurch die Möglichkeit einer direkten Konfrontation erhöht wird.“ (Jonathan Spyer: „Israel Prepares for War in Syria against Iran“)

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