Syrien: Türkei betrachtet US-Verbündete als Feinde

„Ein Foto in der türkischen Tageszeitung Vatan illustrierte diese Woche die amerikanische Militärpräsenz rund 30 Kilometer südlich der türkischen Grenze. Mehrere hundert US-Soldaten sollen sich in Manbidsch aufhalten – und dort könnte es schon bald recht ungemütlich werden. Türkische Soldaten und verbündete syrische Milizen haben in der Umgebung von Manbidsch mit Angriffen begonnen. Denn die Stadt wird von syrischen Kurden gehalten, die für die Türkei ein Feind, für die USA aber ein Partner sind. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu richtete am Donnerstag eine Warnung an die USA und die syrischen Kurden, die als Ultimatum verstanden werden kann. Sollten sich die Kurden nicht aus Manbidsch zurückziehen, werde die türkische Armee die Stadt selbst angreifen, sagte Cavusoglu.

Seit Jahren schon werden die Beziehungen zwischen Ankara und Washington durch grundlegende Interessensgegensätze im Syrien-Konflikt belastet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betrachtet die Regierung des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad und die syrischen Kurden als Hauptgegner. Dagegen konzentriert sich die US-Politik in Syrien auf den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS), weshalb Amerika die syrische Kurdenpartei PYD und deren Miliz YPG als Verbündete sieht und unterstützt. Seit Beginn der türkischen Militärintervention in Syrien im August vergangenen Jahres nehmen die Spannungen zwischen Ankara und Washington zu. Erdogans Truppen sollen im Norden Syriens nicht nur den IS aus der Nähe der türkischen Grenze vertreiben, sondern auch eine weitere Ausweitung des kurdischen Herrschaftsgebietes dort verhindern.“ (Thomas Seibert: „Türken greifen US-Verbündete in Syrien an“)

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