Syrien: Assad-Regime hat 14-mal mehr Frauen in seiner Gewalt als die IS-Milizen

„Viele ausländische Beobachter des syrischen Krieges würden solche Taten eher der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zurechnen. Deren Kämpfer vergewaltigen systematisch Frauen, prahlen mit ihren Sex-Sklavinnen, setzen Preise für den Verkauf fest und schicken Videos ihrer Gräueltaten in die Welt. Doch die Milizen sind nicht die Einzigen, die sich an Frauen vergehen. Auch für das Regime von Baschar al-Assad gehört sexualisierte Gewalt zu den Grundpfeilern seiner Macht. Und auch dessen Schergen haben die Gefangennahme der Frauen in ein lukratives Geschäft verwandelt.

Internationale Organisationen gehen davon aus, dass das Regime seit Beginn des Krieges 2011 mindestens 200.000 Männer, Frauen und Kinder verhaftet hat. Darunter sind schätzungsweise 50.000 Frauen. Die Women’s International League for Peace and Freedom hat errechnet, dass das syrische Regime 14-mal mehr Frauen in seiner Gewalt hat als die IS-Milizen. (…) ‚Der »Islamische Staat« macht eine Show aus seinen Verbrechen. Die brauchen die Aufmerksamkeit‘, sagt Joumana Seif. Seif ist Juristin und Gründerin des Syrian Network for Women’s Rights, seit 2013 lebt sie im Exil in Deutschland. ‚Doch das, was das Regime tut, ist genauso schlimm. Es stellt nur keine Videos davon ins Internet.‘ Das Regime möchte, dass darüber gesprochen wird – um Kritiker und Aufständische einzuschüchtern. Es setzt Folter ein, um Oppositionelle und ihre Familien mundtot zu machen. Nicht nur die: Die gesamte Zivilgesellschaft Syriens ist von willkürlichen Verhaftungen bedroht.“

(Eva Maria Kogel: „Syrien. Nicht alle Frauen werden vergewaltigt. Aber alle gefoltert“)

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