Sechs-Tage-Krieg: Es ging um die Vernichtung Israels

„Ich war ein Kind und noch in der Grundschule. Ich erinnere mich an Angst, viel Angst. In unserem Haus gab es keinen Schutzraum. Es war klar, dass Bomben fallen würden, also hoben wir Gruben im Hof aus. (…) Die Arabische Liga und die Anführer sämtlicher Nachbarstaaten haben unzweideutig bekannt gegeben, dass es ihnen um Vernichtung ging. Ich wiederhole: Vernichtung. Arrogantes Gerede? Angesichts der nimmer endenden und bis heute anhaltenden Massaker innerhalb und zwischen verschiedenen arabischen und muslimischen Fraktionen, war es ziemlich klar, dass sie das, was sie einander antaten, auch Israel antun würden. Es ist daher wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Alternative Sieg oder Vernichtung hieß. Also siegten wird. Die Besatzung ohne Vernichtung ist der Vernichtung ohne Besatzung vorzuziehen.

Die arabischen Staaten haben die Existenz des Staats Israel niemals auch nur für einen Augenblick akzeptiert. Zwischen 1949 und 1967 gab es keine Besatzung. Dennoch wurde kein palästinensischer Staat errichtet, weil die Anführer der arabischen Staaten dagegen waren. Sie wollten Israel. Dabei verbargen sie niemals ihre Absichten. Eine neue Phase begann 1964. Angesichts eines Konflikts wegen der Wasserquellen in der Region traf sich die Arabische Liga in Kairo und erklärte: ‚… die gemeinsamen militärischen Vorbereitungen der Araber werden, wenn sie abgeschlossen sind, das perfekte Instrument zur endgültigen Liquidierung Israels darstellen’. Zwei Jahre später erklärte der damalige Verteidigungsminister und spätere Präsident Syriens Hafez Assad: ‚Greift die Siedlungen des Feindes an, macht Sie dem Erdboden gleich, pflastert die arabischen Straßen mit jüdischen Totenschädeln’. Um jedem möglichen Missverständnis vorzubeugen, fügte er noch hinzu: ‚Wir sind dazu entschlossen, diese Erde mit ihrem Blut [dem der Israelis] zu tränken und sie ins Meer zu treiben.’ Neun Tage vor Kriegsbeginn erklärte Nasser: ‚Die Araber wollen kämpfen. Unser grundlegendes Ziel ist die Zerstörung des Staats Israel.’ Zwei Tage später schloss sich der irakische Präsident Abdul Rahman Arif den Drohungen an: ‚Dies ist die Gelegenheit … unser Ziel ist klar: Wir wollen Israel von der Landkarte tilgen.’ Zwei Tage vor Kriegsbeginn erklärte der Gründer und Anführer der PLO Ahmad Shukieri: ‚Wer überlebt, wird in Palästina bleiben, aber ich gehe davon aus, dass niemand am Leben bleibt.’ Ja, so war das Klima. Glaubt irgendjemand allen Ernstes, dies seien leere Drohungen gewesen? Glaubt irgendjemand, dass es ihnen um eine aufgeklärte Besatzung ging? Glaubt irgendjemand, dass es nicht zu einem Massenmord wie jenem der Ägypter im Jemen oder dem späteren in Biafra gekommen wäre?

Dass es sich hierbei nicht um leere Drohungen handelte, ergibt sich auch aus der Tatsache, dass der israelische Botschafter in London Aharon Remez dem britischen Außenminister George Brown bei einem Treffen nach dem Krieg berichtete, Israel habe Dokumente der jordanischen Armee vom 25. und 26. Mai, also etwa zwei Wochen vor Kriegsbeginn beschlagnahmt, in denen sich Befehle zur Auslöschung der Zivilbevölkerung in den zu besetzenden Ortschaften fanden.“ (Ben Dror-Yemini: „Arab leaders did plan to eliminate Israel in Six-Day War“)

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