Wie antisemitisch ist die schwedische Regierung?

„Bei [Schwedens Außenministerin] Wallström sind die Dinge offenbar oft auf Israel und die Juden zurückzuführen. Im Februar reiste eine von Handelsministerin Anne Linde angeführte, überwiegend aus Frauen bestehende schwedische Handelsdelegation in den Iran. Die Frauen wurden angehalten, ihr Haar mit einem Hijab zu bedecken und ihre Körper in weite Jacken zu hüllen, um die Iraner nicht vor den Kopf zu stoßen. Als die Entscheidung, sich zu verhüllen, kritisiert wurde, wurde sie von Wallström verteidigt. ‚Es gibt diplomatische Selbstverständlichkeiten. Das weiß er [der Kritiker] ganz genau. Und ich meine, ich hätte ihn schon einmal mit einer Kippah gesehen. Wenn er sagt, er hat aufgehört, sich im Iran an die Regeln zu halten, dann möchte ich hoffen, dass er nicht auch damit aufgehört hat zu beachten, wie man sich in einer Synagoge benimmt und kleidet.‘ Sie verglich also ein Land, in dem Frauen gezwungen sind, ihr Haar zu bedecken, das Frauen fürs Singen bestraft und ihnen die Teilnahme an Sportturnieren untersagt, mit den Gepflogenheiten in einem jüdischen Gebetshaus. Im Grunde genommen vergleicht sie das Judentum als Religion mit dem iranischen Regime. Juden können es sich natürlich aussuchen, ob sie eine Kippah oder Kopfbedeckung tragen. Frauen im Iran können es nicht. Aber für Wallström war es das Gleiche. Und warum versteifte sie sich in ihrer Diskussion über den Iran überhaupt auf die winzige Minderheit der Juden? Dahinter stehen dieselben Gründe, wegen derer sie sich in der UNESCO besonders auf Israel konzentriert. Es sind dieselben Gründe, aufgrund derer sie nicht den Fanatismus und die Intoleranz verurteilt, die zu Anschlägen wie dem des Islamischen Staats in Paris führen, sondern stattdessen Israel die Verantwortung zuschiebt.

Die Obsession der schwedischen Regierung mit Israel entspricht der Wirkungsweise des neuen Antisemitismus. (…) Die besessene Sonderbehandlung Israels in Europa und der internationalen Gemeinschaft ist der neue Antisemitismus. Judenhass und das Bedürfnis nach einem ‚Anderen‘ sind von der nationalen auf die internationale Ebene transferiert worden. Einst waren die Juden in Europa auf die Ghettos begrenzt, heute soll sich Israel auf eine Art Ghetto in der internationalen Gemeinschaft begrenzen. Es wird wegen seiner Behandlung von Frauen oder Arbeitern kritisiert, obwohl diese weiter besser ist als in vielen Ländern, die niemals kritisiert werden. Anstatt sich an der Abwehr des internationalen Antisemitismus zu beteiligen und darauf zu beharren, dass Israel nur dann wegen mangelnder ‚Frauenrechte‘ kritisiert werden kann, wenn auch Saudi-Arabien, der Iran und zahlreiche andere Länder kritisiert werden, schließen die schwedische Regierung und andere EU-Mitgliedsstaaten sich allzu oft dem Rudel an und werden Teils des Mobs.“ (Seth J. Frantzman: „Swedish gov’s obsession with Israel is the new anti-semitism“)


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