Probleme der Hisbollah: Letzter Ausweg Israelhass

„Die Aktivitäten der Hisbollah in anderen Ländern haben zweifelsohne zu Spannungen unter den libanesischen Schiiten, die das Gros der Rekruten für die Organisation stellen, geführt. Infolge der Kriegsbeteiligung zur Verteidigung des tyrannischen Regimes von Assad bröckelt die Unterstützung der Organisation. Viele schiitische Stimmen halten den Krieg für illegitim. Er führe den Libanon und die ganze arabische Welt ins Chaos. Diese Stimmen sind in der Oppositionspresse zu vernehmen, sogar im Südlibanon, der Hochburg der Hisbollah. (…) Die Hisbollah sieht sich zugleich mit internationalen und nationalen Herausforderungen konfrontiert. Im Libanon, wo die Trennlinien zwischen Unterstützern und Kritikern Assads tiefer verlaufen als je zuvor, droht der Organisation eine chronische Destabilisierung. Die Belastung des Libanons durch die Ankunft weiterer Flüchtlinge infolge des Syrienkonflikts nimmt zu. Ende 2016 hatte deren Zahl 2.2 Millionen erreicht. Das entspricht mehr als einem Drittel der libanesischen Gesamtbevölkerung. (…)

Trotz der Probleme, mit denen sich die Hisbollah konfrontiert sieht, stellt die Organisation sicher, dass sie nie ihren südlichen Feind aus den Augen verliert. In ihren Augen wird Israel immer der letzte Ausweg sein gegen ihren geschwächten Status in der arabischen Welt (einschließlich ihres Verbots in den Golfstaaten und den meisten Ländern der Arabischen Liga). (…) Die Obsession der Hisbollah mit Israel erinnert Unterstützer und Gegner der Organisation gleichermaßen daran, dass das Prinzip des Widerstands ihre Flagge ziert. In seinen Reden, seinen Drohungen und seinen kriegerischen Erklärungen, erinnert Nasrallah die arabische Welt daran, dass nur er ‚das Gebilde’, wie er Israel nennt, an dessen Heimatfront verletzen kann. Und er scheint Recht zu haben. Einer in diesem Monat veröffentlichten Studie des Institute for National Security Studies zufolge geht von der Hisbollah die ernsthafteste konventionelle Bedrohung Israels aus. Die Schätzungen gehen davon aus, dass die Truppenstärke der Organisation, die auf dem syrischen Schlachtfeld mehr als 1.000 Kämpfer verloren hat, größer ist als die der syrischen Armee. Hiermit mag es zusammenhängen, dass in der Auslandspresse gelegentlich berichtet wird, die israelische Luftwaffe habe Ziele in Syrien bombardiert, um Waffenlieferungen an die Hisbollah zu unterbinden.“ (Yasser Okbi/Maariv Hashavua: „Analysis: Hezbollah’s road to regaining legitimacy goes through Israel“)

 

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