Nach Mossul: Steht Offensive auf Raqqa unmittelbar bevor?

„Hillary Clinton hat schon als Präsidentschaftskandidatin zeitliche Vorgaben gemacht für die Offensive gegen die Terrororganisation ‚Islamischer Staat‘ (IS) in Mossul. Wenn der künftige Präsident Ende Januar ins Weiße Haus einziehe, werde die nordirakische Stadt nicht mehr in den Händen des IS sein, hatte die Demokratin schon vor Wochen gesagt. Nun spricht einiges dafür, dass der künftige Oberkommandierende der amerikanischen Streitkräfte – und damit der internationalen Anti-IS-Koalition – auch eine neue Lage im syrischen Raqqa, der ‚Hauptstadt‘ der Terrororganisation, vorfinden wird. Verteidigungsminister Ashton Carter hat angekündigt, dass die Offensive gegen Raqqa binnen Wochen beginnen werde. Der Grund für die Entscheidung, die von einigen regionalen Partnern anfänglich nicht gerade bejubelt wurde, ist die Notwendigkeit, Planungen einer asymmetrischen Gegenoffensive des IS im Keim zu ersticken. Dem Pentagon sollen nämlich Hinweise vorliegen, der IS werde auf die Offensive in Mossul mit Terroranschlägen im Westen reagieren. Da diese im logistischen Herzen der Terrororganisation geplant werden, soll Raqqa nun früher als ursprünglich erwogen ins Visier genommen werden. Aus der Devise ‚Erst Mossul, dann Raqqa‘ wird somit ‚Mossul jetzt, schon bald auch Raqqa‘. (…)

Die amerikanische Ertüchtigungsstrategie leidet insgesamt an den Animositäten zwischen den regionalen Partnern Washingtons. Das gilt auch für das Misstrauen zwischen Sunniten und Schiiten im Irak. So ist vieles Stückwerk – auch wenn die Offensiven im Irak und in Syrien zum Erfolg führen sollten und der IS bis zum Ausscheiden Obamas aus dem Weißen Haus geschlagen sein sollte. (…) Schließlich bleibt der Kardinalfehler, Russland gleichsam die Tür zum Nahen Osten geöffnet zu haben: Moskaus Präsenz in Syrien, die ein Ende der Tragödie von Aleppo weiterhin verhindert, ist jener Teil von Obamas Vermächtnis, der seiner früheren Außenministerin womöglich bald die größten Kopfschmerzen bereiten dürfte.“ (Majid Sattar: „Amerikas Eingreifen im Irak: Mossul jetzt – bald schon Raqqa“)

 

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