Mena-Exklusiv

Tunesien: Aufarbeitung der Vergangenheit

Von Hannah Magin

tunisia_tdcAm Samstag den 14. Januar fand eine Zeugenanhörung der tunesischen „Kommission für Wahrheit und Würde“ statt, in der Opfer über systematische Folter und Gewalttaten durch Sicherheitskräfte des Ben-Ali-Regimes aussagten. Die Anhörung wurde landesweit im Fernsehen übertragen

Am 14. Januar 2011 glückte in Tunesien ein Staatsstreich. Der autokratische Herrscher Zine Abidine Ben Ali und seine Frau Leila Trabelsi mussten das Land verlassen. Die Ben Alis und die Trabelsis pflegten zuvor einen […]

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Mena-Exklusiv

„Es gibt keine moderaten Islamisten“

Ein Gespräch mit Saïda Keller-Messahli

messahliSaïda Keller-Messahli wuchs in Tunesien auf. Heute lebt sie in der Schweiz und ist Gründerin und Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam der Schweiz. Sie hat mit Mena Watch über die Umwälzungen gesprochen, die in Tunesien stattgefunden haben, seitdem 2011 der autoritäre Herrscher Zine el-Abidine Ben Ali entmachtet wurde; wie die darauf folgende Spaltung der Gesellschaft einzuordnen ist und welche Rolle die Muslimbruderschaft, die Partei Ennahda, dabei spielt. Die Ennahda […]

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Islamismus „light“ in Marokko und Tunesien?

Von Hannah Magin

marokko_wahlenIslamistische Parteien in Marokko und Tunesien sitzen weiter fest im Sattel. Sie geben sich gemäßigt und als Bringer von Stabilität und wirtschaftlichem Aufschwung. Doch ihre Wähler sind nicht alle aus dem islamistischen Milieu. Eine echte Alternative in der Parteienlandschaft lässt aber auf sich warten.

Die Wahlen für das Parlament in Marokko haben die sogenannte moderate islamistische „Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt“ (PJD) als Gewinnerin hervorgehen lassen. Mit 125 Sitzen von 395 ist sie stärkste Kraft, gefolgt von der […]

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Alkoholverbot in der Trinkermetropole des Nahen Ostens?

Von Thomas von der Osten-Sacken

iraq-alcoholMit der Mehrheit der Stimmen schiitischer Parteien verabschiedete das irakische Parlament kürzlich ein Gesetz, das fortan Produktion und Vertrieb alkoholischer Getränke unter Strafe stellen wird. Kein Alkohol mehr im Irak? Das wird natürlich niemals funktionieren, im ganzen Nahen Osten sind Irakis als schwere Trinker bekannt, in den Straßen Bagdads oder Basras habe ich in den frühen 90er Jahren so manche Alkoholleiche auf der Straße schnarchen gesehen und eine klassische irakische Einladung zum Abendessen bestand darin, dass man die ersten vier Stunden auf nüchternen Magen […]

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Der islamistische Hintergrund einer Nobelpreisträgerin

tawakkol-karmanSehr geehrter Herr Kaltenbrunner,

mit zunehmender Verwunderung habe ich im Kurier Ihr Interview mit der jemenitischen Friedensnobelpreisträgerin Tawakkol Karman gelesen. Manche Behauptungen darin sind schlicht unhaltbar. Dass der Westen etwa eine Mitschuld am Blutvergießen in Syrien habe, weil er das Assad-Regime „über Jahrzehnte“ unterstützt habe, ist einfach falsch: Das Syrien der Assads wurde und wird nicht vom Westen gefördert, sondern ganz im Gegenteil von der Sowjetunion bzw. Russland sowie vom islamistischen Regime im Iran. Dass etliche naive Politiker eine Zeit lang daran geglaubt haben, mit Bashar al-Assad wäre ein „Reformer“ an die Macht gekommen, der einen Kurswechsel Syriens vollziehen werde, war eine schlimme Fehleinschätzung, ändert aber nichts daran, dass dessen wichtigste Unterstützer nicht in London oder Washington zu Hause sind, [...]

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Tunesien, wo der Ausnahmezustand Normalzustand ist

Von Hannah Magin

tunisia-protestsAm 5. September wurde in Ben Guerdane, im Süden Tunesiens, ein angeblicher Schmuggler von Sicherheitskräften erschossen. Daraufhin blockierte die Bevölkerung einige Straßen und der Gewerkschaftsbund UGTT hat für den 21. September Streiks angekündigt. Am siebten September entzündete sich der Cafébesitzer Wissem Nasri vor dem Gemeindehaus in Fernana. Grund war vermutlich, dass er eine Strafe wegen unlizensierten Herausgebens von Wasserpfeifen an Gäste zu zahlen hatte. Daraufhin kam es zu Protesten, Demontrationen und Streiks, die sich noch intensivierten, als Nasri am 11. September seinen Verbrennungen erlag. Die Protestierenden erließen daraufhin eine Reihe von Forderungen gegen Korruption und für eine Verbesserung der ökonomischen Lage in tunesischen Städten des […]

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In Tunesien steht ein Regierungswechsel bevor

Von Hannah Magin

13898482_10206693342044159_2107058439_oTunesien gilt als das Vorzeigeland des arabischen Frühlings, aus dem ein demokratisches System entstand, und das bisher im Vergleich weitgehend von Bürgerkrieg und Gewalt verschont geblieben ist. Dennoch löst hier ein Bedrohungszenario das nächste ab. Islamisten hatten im Frühjahr versucht, eine südtunesische Stadt einzunehmen und hätten damit fast Erfolg gehabt. Die chronische wirtschaftliche Krise verschärft sich derzeit weiter, und die Politik besteht aus einer handlungsunfähigen Regierung und einem Parlament, in dem die Opposition die Mehrheit besitzt […]

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Klischees und Neusprech: Assad, Putin und der Westen

Von Lars Stern

aleppo map closedIm Zusammenhang mit einer Reportage über die Situation in Nordkorea wies der 2011 verstorbene Journalist Christopher Hitchens einmal darauf hin, dass man als Journalist und Kommentator zwar um jeden Preis das Klischee meiden müsse, dies jedoch bei der Berichterstattung über totalitäre System nur schwer möglich sei, da diese selbst ein Klischee seien.

Wie aktuell dieser Gedanke ist, lässt sich an der medialen und politischen Begleitmusik zur Belagerung der oppositionellen Teile der nordsyrischen Stadt Aleppo durch die „Achse des Widerstands“ erkennen. Nachdem in den […]

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Wachsende Befürwortung der Demokratie in Tunesien

Von Thomas von der Osten-Sacken

fuer-eine-demokratische-republikDemokratie, so erklärte Winston Churchill 1947 vor dem britischen Unterhaus, sei „die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“ Ausgerechnet aus Tunesien nun erhält Churchill siebzig Jahre später unerwartete Zustimmung. Anfang des Jahres führte das Arab Barometer eine repräsentative Umfrage unter Tunesiern durch, um herauszufinden, wie sie es fünf Jahre nach dem Sturz des Diktators Zine el-Abidine Ben Ali mit der Demokratie hielten. Das Ergebnis, für europäische Ohren wohl eher erstaunlich: 86% der Befragten, fast sechzehn Prozent mehr als noch vor einem Jahr, bezeichneten die Demokratie als die beste aller Regierungsformen […]

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