Mena-Exklusiv

Was hat Trump wirklich über „radikalen Islam“ gesagt?

trumpSehr geehrte Redaktion der Salzburger Nachrichten,

in seinem Bericht über die Angelobung des neuen amerikanischen Präsidenten behauptet Thomas Spang, dass Donald Trump in seiner Antrittsrede angekündigt habe, „‚den radikalen Islam für immer vom Gesicht der Erde auszulöschen‘“. Das stimmt so nicht: Trump erwähnte nicht allgemein den „radikalen Islam“, sondern spezifischer den „radikalen islamischen Terrorismus“ – ein Unterschied, der in Hinblick auf die künftige Politik Trumps durchaus von Bedeutung sein kann. Denn er sprach nicht vom Kampf gegen die islamistische Ideologie an sich, sondern nur gegen eine ihrer Erscheinungsformen, den islamistischen Terrorismus. Spang hat Trump schlicht falsch wiedergegeben. Sollte man sich nicht darauf verlassen können, dass ein Zitat den tatsächlich gesprochenen Worten entspricht?

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Mena Watch – der unabhängige Nahost-Thinktank

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Mena-Exklusiv

The Times They Are A-Changin’

Von Florian Markl

Obama - Syria

Während die letzten unter den Journalisten verbliebenen Obama-Groupies den nahenden Abgang ihres Idols beweinen und dabei Texte zu Papier bringen, deren Tonfall eher zur Bravo als zu einer Qualitätszeitung passt (sehen Sie etwa Thomas Spangs Bericht über die letzte Weihnachtsfeier der Obamas im Weißen Haus in den Salzburger Nachrichten vom 24. Dezember), reicht ein Blick auf die folgende Schlagzeile, um den Bedeutungsverlust der USA zu ermessen, für den die Obama-Regierung in der wirklichen Welt verantwortlich ist: „Iran gegen US-Teilnahme an Syrien-Gesprächen“, ist auf orf.at zu lesen. Zur Erinnerung: Bei früheren Syrien-Gesprächsrunden, in Genf wie in Wien, wurde noch darüber diskutiert, ob dem iranischen Regime, das für den Tod hunderttausender Syrer mitverantwortlich ist, ein Platz am Verhandlungstisch gebührte. Heute sind es die Islamisten aus Teheran, die den Amerikanern die Tür weisen.

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Repression in der Türkei: „mehr als 10.000“ Verhaftete?

istanbulSehr geehrte Presse-Redaktion,

in seinem Artikel über die Hintergründe des Putschversuches vom Juli 2016 schreibt Michael Laczynski, in der Türkei seien seitdem „mehr als 10.000 Personen verhaftet“ worden. Das ist zwar keine falsche, aber doch eine so ungenaue Angabe, dass sie die Realität in der Türkei kaum adäquat erfasst: Laut der von kritischen Journalisten betriebenen Webseite Turkey Purge wurden bislang fast 89.000 Menschen festgenommen und über 42.000 verhaftet. Das ist doch eine etwas andere Größenordnung als „mehr als 10.000 Personen“. Oder ist bei der Zahlenangabe vielleicht eine Null verloren gegangen?

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Mena Watch – der unabhängige Nahost-Thinktank

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Mena-Exklusiv

Übersiedelt die „US-Regierung“ nach Israel?

JerusalemSehr geehrte Tagesschau-Redaktion,

mit wachsender Verwunderung habe ich das Gespräch mit Ihrem Korrespondenten Mathias Werth über die gestrige Konferenz über den israelisch-palästinensischen Konflikt verfolgt. Zuerst meinte Werth, dass alle in Paris versammelten Nationen die „Zweistaatenlösung für den Nahen Osten“ forderten. Wirklich, zwei Staaten für „den“ Nahen Osten? Oder kann es sein, dass Werth den palästinensisch-israelischen Konflikt mit dem Nahen Osten schlechthin verwechselte? Und gleich im Anschluss daran behauptete er [...]

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Das „Haschemitenreich“ Saudi-Arabien?

saudi-arabienSehr geehrter Herr Hasewend,

in einer Buchbesprechung in der Kleinen Zeitung bezeichnen Sie Saudi-Arabien als „das Haschemitenreich“, das sich zu einem „problematischen Partner entwickelt hat.“ Nun stammen die Haschemiten zwar aus Saudi-Arabien, herrschen in diesem Land aber nicht mehr, seit sie es in den 1920er-Jahren während des Siegeszugs der Saudis verlassen mussten. Heute stellen sie die Führung Jordaniens, das offiziell den Namen „Haschemitisches Königreich“ trägt. Saudi-Arabien als „Haschemitenreich“ zu bezeichnen, entbehrt dagegen jeder Grundlage.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Mena Watch – der unabhängige Nahost-Thinktank

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Mena-Exklusiv

Die Hamas hätte es nicht anders formuliert

Von Florian Markl

terror_jerusalem

Nicht nur die Berliner taz gibt dieser Tage einer Terror-Versteherin Raum, auch die Wiener Zeitung lässt eine Gast-Kommentatorin erklären, warum Israel selbst schuld ist, wenn Palästinenser Juden ermorden. Herausgekommen ist dabei ein Text, in dem Liza Ulitzka nicht nur antisemitischen Terror rationalisiert, sondern darüber hinaus auch zeigt, dass man wohl „Kultur- und Sozialanthropologie mit Spezialisierung auf den Nahen und Mittleren Osten“ studiert haben muss, um für Opfer mörderischen Terrors kaum Empathie übrig zu haben, sich dafür aber umso mehr in die angeblichen Motive ihrer Mörder einfühlen zu können [...]

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Mena-Exklusiv

Die „Provokation“ Jerusalem

JerusalemSehr geehrter Herr Kramar,

Sie schreiben in Ihrem Kurier-Artikel über die Personalpolitik Donald Trumps, der designierte amerikanische Botschafter in Israel, David Friedman, „sorgte auch mit einer Idee für einen Skandal. Die USA sollten doch ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen: eine offene Provokation der Palästinenser, die ja Jerusalem als Hauptstadt für sich reklamieren.“ Ihnen dürfte entgangen sein, dass die vermeintlich skandalöse Idee Friedmans seit über 20 Jahren geltendes amerikanisches Gesetz ist: Der Jerusalem Embassy Act, in dem der Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem gefordert wird, wurde 1995 mit überwältigenden Mehrheiten von beiden Häusern des Kongresses [...]

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Mena-Exklusiv

Der Islamische Staat und der palästinensische Konsens

terror_jerusalemSehr geehrte Presse-Redaktion,

Susanne Knaul beendet ihren Bericht über den Terroranschlag in Jerusalem unter Berufung auf nicht näher genannte „Beobachter“ mit der Bemerkung, der „palästinensische Terror ziele primär auf die Befreiung Palästinas, die Palästinenser setzten dabei auf internationale Unterstützung – allerdings nicht auf die Terrormiliz IS.“ Man könne nicht ausschließen, „dass es hier […]

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Wer sind die Freunde der Hamas in Europa? – Einige Fragen an Außenminister Sebastian Kurz

osama-hamdanSehr geehrter Herr Außenminister Kurz,

in einem Interview mit Al-Monitor gibt der „Außenminister“ der islamistischen Terrororganisation Hamas, Osama Hamdan, Auskunft über die „guten Beziehungen“ zu einigen europäischen Staaten:

„Die Hamas hat auf dem europäischen Kontinent gute Verbindungen zur Schweiz und zu Norwegen. Sie hat auch gute Verbindungen zu drei weiteren europäischen Staaten, die es aber vorziehen, diese Beziehungen nicht öffentlich zu machen, um sich [...]

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