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Syrien: Steinmeiers großer Durchbruch in Aleppo

Von Thomas von der Osten-Sacken

steinmeier lawrowNach fünf Jahren zähen Ringens ist dem deutschen Außenministerium endlich ein diplomatischer Durchbruch in Syrien gelungen. Es zahlt sich eben aus, wenn man sich nicht beirren lässt, sondern fest an seinen Überzeugungen festhält, dass nicht Interventionen, sondern nur der Dialog zum Erfolg führen:

„Das Auswärtige Amt hat die Bereitschaft Russlands begrüßt, eine wöchentliche 48-stündige Waffenruhe für die syrische Stadt Aleppo mitzutragen. Das Ministerium erklärte in Berlin, dies sei ein entscheidender Schritt, um die Menschen mit dringend benötigten Lebensmitteln, medizinischer Hilfe und sauberem Trinkwasser zu versorgen.“

In Klartext übersetzt heißt diese Erklärung: Das deutsche Außenamt begrüßt, dass Russland seine Bereitschaft erklärt hat, zwei Tage in der Woche keine Krankenhäuser zu bombardieren, keine Streubomben auf Wohnhäuser abzuwerfen, keine völkerrechtswidrigen Waffen wie Phosphorbomben oder Chloringas zum Einsatz zu bringen, damit die Überlebenden des Infernos in Aleppo mit ein wenig internationaler Hilfe für die nächsten fünf Tage Dauerbombardement fit gemacht werden, die Verletzten ein wenig besser zusammengeflickt werden können.

Und dann geht es wieder los. Außer das nichts dafür spricht, dass sich Rußland an diese Ankündigung auch halten wird – schließlich hat sich Rußland noch an keinen Waffenstillstand gehalten,  ja eigentlich gilt ja in Syrien noch der letzte Waffenstillstand, den das deutsche Außenamt damals auch begrüßt hat. Will der Islamische Staat mal punkten, was er ja eigentlich gar nicht will, er sollte einfach erklären, er führe einen Tag in der Woche ein, an dem er keine versklavten Mädchen vergewaltigen und niemand exekutieren werde. Mit Sicherheit würde das Ministerium Steinmeier auch diesen Schritt begrüßen.

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