Mena-Exklusiv

Die Frau des Jahres, die den Zionismus hasst

Von Thomas Eppinger

Linda Sarsour verkörpert die Synthese der totalitären Linken mit dem radikalen Islam.

By Festival of Faiths from Louisville, CC BY 2.0

„Sie bitten geradezu darum, den A*sch versohlt zu bekommen. Ich wünschte, ich könnte ihnen die Vaginas wegnehmen – sie verdienen es nicht, Frauen zu sein.“

„In Saudi-Arabien gibt es 10 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub. Und Ihr sorgt euch, ob Frauen Autofahren dürfen. Schande über uns.“

Diese Sätze stammen weder von einem rechtsradikalen Irren noch von einem IS-Kämpfer. Sondern von einer der „Frauen des Jahres“ 2017.

Zugegeben, vom Glamour Magazine hatte ich noch nie etwas gehört, bis überall die Nachricht aufpoppte, das Magazin hätte ausgerechnet die islamische Aktivistin Linda Sarsour als eine der diesjährigen „Women of the Year“ ausgezeichnet. Das Frauenmagazin gehört zur Condé Nast Verlagsgruppe, wurde 1939 in den Vereinigten Staaten gegründet und wird heute unter anderem in Großbritannien, Deutschland, Russland, Südafrika und Mexiko herausgegeben. Die deutsche Dezember-Ausgabe titelt mit den Tipps: „Aufstehen und super aussehen! Was wir nachts für unsere Schönheit tun können“. Mein Tipp wäre einfach, schon beim Hinlegen super aussehen und dann schlafen. Aber so leicht lässt sich der viele Platz zwischen den Inseraten nicht füllen, und irgendwas muss man beim Friseur ja lesen.

Die Herausgeberin schreibt, Glamour habe mit den „Women of the Year“-Awards in den letzten 27 Jahren „game changers, rule breakers, and trailblazers“ geehrt, was sich wohl mit „disruptive Pioniere“ zusammenfassen lässt. So finden sich 2017 unter den 10 Preisträgerinnen neben Celebrities wie Nicole Kidman, Gigi Hadid und der Wonder Woman-Regisseurin Patty Jenkins auch die Organisatorinnen des Women’s March im Jänner 2017.

Der Women’s March on Washington war ein weltweiter Protestmarsch am 21. Jänner 2017, bei dem für Menschen- und Frauenrechte demonstriert wurde, für eine Reform des US-Einwanderungs- und Gesundheitswesens, für LGBTQ-Rechte, „Rassengleichheit“ und Bürgerrechte, Religionsfreiheit und Arbeiterrechte. Adressat des Protests war Donald Trump, der einen Tag zuvor als Präsident angelobt worden war. Folgt man den Veranstalterinnen, gingen zusammen mit den Solidaritätsmärschen in anderen amerikanischen Städten und vielen anderen Ländern an diesem Tag weltweit bis zu 5 Millionen Frauen auf die Straße. Damit gehört Women’s March zu einem der größten Protestmärsche der Geschichte. Gleichzeitig war Women’s March auch das bisher deutlichste Signal der unheilvollen Allianz aus Islamisten und der amerikanischen Linken, deren neuer Star Linda Sarsour eine der fünf Organisatorinnen des Protestmarsches war.

„Dieselben Leute, die das Massaker am palästinensischen Volk rechtfertigen und es als Kollateralschaden bezeichnen, sind die dieselben Leute, die den Mord an jungen schwarzen Männern und Frauen rechtfertigen! Dieselben Leute, die Millionen illegale Einwanderer verurteilen wollen, sind dieselben Leute, die Muslime hassen und uns unser Recht auf freie Religionsausübung wegnehmen wollen! Dieser gemeinsame Feind, Schwestern und Brüder, ist White Supremacy!“,

rief Sarsour 2016 beim 20. Jahrestag des Million Man March in die Menge.

Die Rede bringt auf den Punkt, was viele linke und islamische Aktivisten eint: ihr Hass auf die westliche Kultur, die in ihren Augen von den Vertretern einer weißen Herrenmenschenideologie dominiert wird, den „white supremacists“. Opfer dieser weißen Herrenmenschen seien die Palästinenser und die Schwarzen. Eine offensichtliche Verschwörungstheorie, die sich als politische Analyse tarnt.

Hannes Stein nennt Linda Sarsour überaus treffend die „Verkörperung der Synthese der totalitären Linken mit dem radikalen Islam“. Nur der Schlusssatz in dem ausgezeichneten Text ist von der Realität überholt: „Sollte diese Frau jetzt allen Ernstes zur Galionsfigur der Anti-Trump-Bewegung werden, wäre das Resultat ein selbst verschuldeter Schiffbruch von gewaltigen Ausmaßen.“

Denn das Schiff ist längst auf Grund gelaufen. Die frischgebackene Frau des Jahres ist schon lange ein Star der amerikanischen Linken. Das Weiße Haus ehrte sie unter Präsident Obama als „Champion Of Change“. Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio suchte ihre Unterstützung. Sie spielte eine bedeutende Rolle in der Präsidentschaftskampagne von Bernie Sanders und war Delegierte beim Parteitag der Demokraten 2016. Sie hatte Auftritte in so gut wie allen bedeutenden amerikanischen TV-Shows. Und die New York Times widmeten ihr eine Lobeshymne unter dem Titel „Ein Kumpel aus Brooklyn im Hijab“.

Was offensichtlich niemanden stört: Die Tochter palästinensischer Einwanderer lobt die Scharia für zinsfreie Hypotheken und Kreditkarten, rechtfertigt das Verbot für Frauen Auto zu fahren in Saudi-Arabien mit dem dort angeblich besseren Mutterschutz, signalisiert auf Bildern ihre Unterstützung des Jihad und twittert über die islamkritische Ayaan Hirsi Ali, die selbst Opfer einer Genitalverstümmelung ist, sie wünschte, sie könne ihr ihre Vagina wegnehmen, weil sie es nicht verdiene eine Frau zu sein. Sarsour ist eine wütende Gegnerin Israels und unterstützt die antisemitische BDS-Kampagne, die den totalen wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Boykott Israels fordert. Die hasstriefende Rede eines anti-israelischen Aktivisten teilte sie auf Twitter mit den Worten: „Nichts ist gruseliger als der Zionismus“.

Nicht zufällig feiert dasselbe Magazin, das eine offensichtliche Antisemitin zu einer der Frauen des Jahres kürt, auch die Hijab-Barbie. Es wächst zusammen, was nicht zusammengehört. Die totalitäre Linke und der radikale Islam finden zu einer unheilvollen Symbiose mit der Popkultur. Das sui generis Oberflächliche ist außer Stande oder nicht willens, den totalitären Kern des Politischen Islam zu erkennen und verklärt Rückständigkeit, Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus zu kulturellen Eigenheiten. Die Hijab-Barbie ist das neue Che-Guevara-T-Shirt.

Doch sich freiwillig dem Totalitären zu unterwerfen, ist kein Zeichen von Toleranz, sondern von Dummheit, Verkommenheit oder beidem. Und so ist das Eindringen des totalitären Islam in die Alltagskultur nicht nur der Popkultur, Mattel oder dem Glamour Magazine vorzuwerfen, die nur den Zeitgeist widerspiegeln und verstärken. Wenn Frauen als Zeichen ihrer Selbstbestimmung nicht mehr ihre BHs verbrennen, sondern ihr Haupt verhüllen, ist das zuallererst eine Folge des Niedergangs einer intellektuellen Avantgarde, die sich vorrangig darin gefällt, in der eigenen Moral zu sonnen. „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!“, sangen die ‚Fehlfarben‘ 1980. Stimmt. In welche Richtung, wird sich zeigen.

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