Manchester-Attentat war ein gezielter Angriff auf Mädchen

„Terrorismus-Experten haben im Zusammenhang mit dem Manchester-Attentat immer wieder betont, dass es sich um einen Angriff auf die individuelle Freiheit und auf die Musik als Ausdrucksform handele. Asra Nomani, Mitgründerin des ‚American Muslim Reform Movement‘, argumentiert hingegen auf der Online-Plattform Women in the World, dass die Konzertbesucherinnen von Dschihadisten als ‚gefährliche‘ unverschleierte Frauen bezeichnet wurden. Und einige extrem konservative muslimische Frauen und Männer ihnen sogar zugestimmt haben. Zum Beispiel eine Gruppe, die Asra Nomani als die ‚hijabi honour brigade‘ (etwa: die Hijab-Sittenwächter) bezeichnet. Sie agieren als Mini-Troll-Armee in Sozialen Online-Netzwerken. Mit dem Ziel, Islam-Kritiker und -Kritikerinnen zum Schweigen zu bringen. Diese Brigade hat behauptet, dass die kleinen Mädchen auf dem Konzert von Ariana Grande das Attentat provoziert hätten – so wie auch ihre Eltern, die ihnen erlaubt hätten, bis spät in die Nacht auszugehen.

Eine verschleierte Französin formulierte es auf Twitter so: Die gerade mal acht Jahre alten Mädchen wären von Ariana Grande dazu angestiftet worden, sich wie ‚Huren‘ anzuziehen. Und sie hätten es gewagt, im Dunkeln vor die Tür zu gehen. Das alles sei ein Anzeichen für ‚Dekadenz und Werteverfall.‘ Die profilierten Verfechterinnen von Schleier und Scharia haben solche Diffamationen bisher nicht mit einem Satz angeprangert. Genau so wenig, wie sie eine Ideologie anprangern, die sich ‚direkt gegen Frauen richtet‘, sagt die Terrorismus-Expertin Jenny Raflik. Die Autorin von ‚Terrorismus und Globalisierung‘ argumentiert, dass das Manchester-Attentat nur eine Fortsetzung eines Weltbildes ist, das auch schon die Grundlage für die Versklavung und Hinrichtung der Jesidinnen geliefert habe.“ (Emma-Kate Symons: „Manchester: Das fatale Schweigen“)

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