Kooperation mit Russland, dem Iran und der Hisbollah?

Während das Kalifat des Islamischen Staats implodiert, ist das Regime dazu übergegangen, die Hochburgen des islamistischen Terrors mit einer beweglicheren Strategie zu verteidigen. Im Juni schoss ein US-amerikanischer Marineflieger einen syrischen Kampfflieger ab, der an Luftangriffen gegen von den USA unterstützte Streitkräfte beteiligt war, die die Vororte der faktischen Hauptstadt des Islamischen Staats Raqqa belagerten. Russland reagierte auf diese Angriff auf seinen Verbündeten nicht mit einer Entschuldigung für die Einmischung in die Kampagne gegen die Terroristen, die es angeblich unterstützt, sondern indem es drohte, auf jeden NATO-Einsatz westlich des Euphrat mit einem Gegenangriff zu reagieren.

Dieser Interessengegensatz ist unlösbar. Daran liegt es, dass mehrere gemeinsam vereinbarte Waffenstillstandsabkommen gescheitert sind und der von russischen und amerikanischen Regierungsvertretern vergangene Woche auf dem G20-Gipfel verabredete begrenzte Waffenstillstand im Süden Syriens ebenfalls zum Scheitern verurteilt ist. Der Iran und seine Stellvertreter—weitere unehrenhafte Verbündete der Russen—führen unterdessen eine immer aggressivere Kampagne gegen die US-amerikanischen Streitkräfte in der Nähe der syrischen Grenzen mit Jordanien und dem Irak. Der Waffenstillstand wurde diese Woche von regimetreuen Streitkräften und vom Iran unterstützten Aufständischen gebrochen.

Mit Russland in dem Bemühen zu kooperieren, eine Befriedung Syriens durchzusetzen, etwa bei der Einrichtung gemeinsam überwachter Sicherheitszonen, heißt, zum Komplizen der Verbrechen des Regimes zu werden. Solange das Assad-Regime an der Macht ist, wird es einen vorwiegend von Sunniten geführten Aufstand gegen sein Regime geben. Wenn man sich in Syrien mit den Russen verbündet, stellt man sich auf die Seite von Schurken wie Assad, der Hisbollah und der islamistischen Extremisten, die sie zu bekämpfen vorgeben. Das würde eine Kluft zwischen den USA und den sunnitischen Akteuren (staatlichen und nichtstaatlichen) schaffen, und das, wo die Beziehungen aufgrund der Annäherungsversuche der Obama-Administration an den Iran ohnehin schon geschwächt sind. Das sind inakzeptable moralische Kompromisse, die durch kein rationales strategisches Kalkül gerechtfertigt sind.“ (Noah Rothman: „Tucker Carlson Deserves a Better Answer“)

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