Können jüdische Israelkritiker nicht antiisraelisch sein?

„Dabei wird betont, dass diese jüdische Kritik – und sei sie noch so hanebüchen – per Definition nicht falsch sein kann, da die Kritiker schließlich Juden seien. ‚Ich kann mir nicht vorstellen, wie man behaupten kann, dass eine Ausstellung, die von Israelis gemacht wird, als antiisraelisch oder antisemitisch aufgefasst werden kann‘, so Andrea König, Leiterin des Zürcher Kulturhauses Helferei über die dort veranstaltete und vom Schweizer Aussendepartement (EDA) mit fünfzigtausend Franken finanzierte Fotoausstellung der linksradikalen israelischen NGO ‚Breaking the Silence‘, die mit anonymen, nachweislich falschen ‚Bekenntnissen‘ israelischer Soldaten die israelische Armee im Ausland diskreditiert.

Königs verquerer Argumentation folgend, könnte der ehemalige stellvertretende Bundesvorsitzende der NPD und Landtagsabgeordnete von Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, mit seiner radikalen Kritik an der deutschen Bundesregierung, von der er behauptet, sie hätte aus Deutschland eine ‚Judenrepublik‘ gemacht, a priori nicht Unrecht haben, da er Deutscher ist. Man stelle sich vor, internationale Medien würden ausschließlich Extremisten von links bis rechts zu Wort kommen lassen, um die innenpolitische Situation Deutschlands zu beleuchten. Dass auch ein Jude oder Israeli seiner Landesregierung gegenüber radikale Ansichten hat, die ebensowenig zutreffen wie die von Pastörs, scheint sich dem Verständnis der ‚legitimen Israelkritiker‘ zu entziehen. Vor allem das Schweizer Fernsehen, das Juden entweder als schläfengelockte ultraorthodoxe Fundamentalisten oder rechtsnationalistische israelische Kriegstreiber porträtiert, greift oft und gerne auf diese jüdischen ‚Kronzeugen‘ zurück (vorzugsweise Holocaustüberlebende oder wenigstens Nachkommen), um seine gebührenfinanzierte Diffamierung Israels voranzutreiben.“ (David Klein: „Alibijuden und die Israelkritik“)

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