Keine 700 Kilometer lange Mauer

Sehr geehrte Frau Özkan,

Sie schreiben in Ihrem Presse-Artikel über eine israelische Firma, die eine Grenzsicherungsanlage zwischen den USA und Mexiko bauen soll, von einer „umstrittenen, mehr als 700 Kilometer langen Mauer um israelisches Siedlungsgebiet im Westjordanland.“ Eine solche Mauer gibt es aber nicht. Infolge der Vielzahl verheerender Selbstmordattentate palästinensischer Terroristen zu Beginn des Jahrtausends errichtete Israel eine Sicherheitsanlage, die, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht „um israelisches Siedlungsgebiet im Westjordanland“ herum gebaut wurde, sondern in wesentlichen Zügen entlang der so genannten Grünen Linie, der Waffenstillstandslinien nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg 1949 – wie anhand dieser Darstellung auf Wikipedia zu sehen ist:

Anders als in dem Artikel suggeriert, dient diese Anlage somit in erster Linie nicht dazu, israelische Siedlungen zu schützen, sondern das Einsickern von Selbstmordattentätern und anderen Terroristen aus dem Westjordanland nach Israel zu verhindern.

Darüber hinaus kann keine Rede davon sein, dass es sich bei dieser Sicherheitseinrichtung um eine „700 Kilometer lange Mauer“ handelt. Lediglich an wenigen Stellen, an denen dies aufgrund der örtlichen Gegebenheiten notwendig war und die sich insgesamt auf vielleicht fünf Prozent der Gesamtlänge belaufen, handelt es sich tatsächlich um eine Mauer. Auf den restlichen 95 Prozent besteht die Anlage aus mit verschiedenen technischen Vorrichtungen versehenen Sicherheitszäunen. Auch wenn oft ein anderer Eindruck erweckt wird, existiert eine hunderte Kilometer lange Mauer in der Westbank nur in der Fantasie von Agitatoren, die es bei ihren gegen Israel erhobenen Anklagen mit der Wahrheit nicht sonderlich genau nehmen.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Medienberichterstattungsstelle Naher Osten (MENA)


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