Kaum Zukunft für Christen im Nahen Osten

„Die Extremisten des Islamischen Staats (IS) haben in Mosul und Umgebung Kirchen als Militär- und Ausbildungslager oder Hinrichtungsstätten missbraucht. Der IS hat die Schlacht um Mosul verloren. Aber die meisten Kirchen liegen, wie einige ganze Stadtteile, in Schutt und Asche. Es wird Jahre dauern, sie wieder aufzubauen. Aber selbst dann ist fraglich, ob die Christen jemals zurückkehren. Denn es waren zum Teil ihre eigenen Nachbarn, die sie aus der Stadt trieben und ihren Besitz plünderten. (…)

Nicht nur im Irak, auch in anderen Ländern vom Tigris bis zum Nil sehen immer weniger Christen eine Zukunft. Schätzungsweise die Hälfte der ehemals rund zwei Millionen Christen sind vor dem Krieg in Syrien geflohen. Der Grund dafür sind nicht nur die Bomben und radikale Islamisten. Es ist zum Teil auch die Politik der Kurden in den von ihnen kontrollierten Gebieten. Zwar verfolgen die Kurden keine Christen, aber sie betreiben eine systematische «Kurdifizierung» von Verwaltung und Bildung. (…)

Am Nil macht der IS mit Selbstmord- und Bombenanschlägen Jagd auf Kopten, die größte christliche Gemeinde, die es heute noch in der Region gibt. Allein in diesem Jahr haben die Anschläge mehr als 70 Tote gefordert.“ (Inga Rogg: „Keine Zukunft, nirgends“)

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