Jürgen Todenhöfers Lehrstück in Sachen Israelhass

„Nach dem tödlichen Anschlag gegen israelische Sicherheitsbeamte auf dem Tempelberg kommt es vermehrt zu Unruhen und Gewalt mit Todesfolge. Naturgemäß äußern sich viele Beobachter zu den Spannungen. Der Journalist Jürgen Todenhöfer hat sich mit einem Facebook-Post dabei besonders hervorgetan. Die wenigen Zeilen sind ein Lehrstück dafür, wie Hetze gegen Israel funktioniert. Der Eintrag ist nicht ohne Raffinesse geschrieben. Zunächst meint Todenhöfer, keine Regierung der Welt habe das Recht, den muslimischen Palästinensern den ‚freien Zugang‘ zum Tempelberg zu verwehren. Zwei Sätze später sieht er jedoch bereits ein absolutes Zugangsverbot im Anmarsch: ‚Alles hat man den Palästinensern genommen: Heimat, Freiheit, Menschenrechte. Demnächst auch ihre historische Begegnungsstätte mit Gott?‘ Mit dieser Spekulation – ein Zugangsverbot stand aus israelischer Sicht nie zur Debatte – formuliert Todenhöfer nichts anderes als palästinensische Propaganda. Zu lernen ist hier, wie leicht sich Fakten durch Spekulation überdecken lassen. (…)

[E]ine entscheidende Lektion kommt noch: Das Aufbauschen. Metalldetektoren und Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Menschenleben sind üblich, besonders an religiösen Stätten, zumal für Nichtmuslime auf dem Weg zum Tempelberg. Doch nur wenn sie Israel aufstellt, um nach einem tödlichen Anschlag auch Muslime mit Metalldetektoren zu kontrollieren, bedeutet das ein schweres Vergehen. In Todenhöfers Worten heißt das, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu ‚tritt ein gedemütigtes Volk noch tiefer in den Staub der Hoffnungslosigkeit‘. Die fünfte Lektion ist womöglich die schwierigste, denn sie verlangt Kunstfertigkeit: Wer verbrämte Sprache einflechtet, kann einen hetzerischen Text verharmlosen. Todenhöfer beschreibt, wie er sich am Ölberg mit dem biblischen Tötungsverbot befasst hat. Dazu heißt es: ‚Durch die schattenspendenden Zweige der jahrtausendealten Olivenbäume ging mein Blick hoch zum blauen Himmel über dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee – Wahrzeichen des Islam … Jetzt ziehen dort dunkle Wolken auf. Weil Israel nicht aufhört, immer systematischer, immer provokativer nach den heiligen Stätten der Muslime zu greifen.‘ Die Botschaft ist klar: Israelis sind der Störfaktor in der ansonsten meditativen Idylle Jerusalems.“ (Daniel Frick: „Israel-Hass fürs Lehrbuch“)

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