Israel für kurdischen Staat

„Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat in einer knappen Erklärung die Absicht der irakischen Kurden, am Montag ein Unabhängigkeitsreferendum abzuhalten, unterstützt. Israels Position weicht damit von der fast aller anderen wichtigen Akteure im Nahen Osten ab.

Netanjahu hat sich nicht nur für das Referendum, sondern auch für die Errichtung eines kurdischen Staats ausgesprochen. Er hat dafür jede Menge strategische Gründe. Gegen den Iran, der seine eigene kurdische Bevölkerung unterdrückt, könnte ein unabhängiges Kurdistan Israel wertvolle Dienste leisten.

Doch angesichts der verflochtenen Geschichte und der geteilten Emotionen, die dieser Erklärung zugrunde liegen, scheinen die aktuellen geopolitischen Erwägungen fast nebensächlich.

Es stellt sich heraus, dass es schon sehr lange Verbindungen zwischen den Kurden und den Juden gibt. (…)

Seit den 1960er Jahren sind die Verbindungen zwischen Israel und den Kurden immer herzlicher geworden. Beide sind Minderheiten in einer unwirtlichen Umgebung, bedürfen stets internationaler Verbündeter und haben einander wiederholt beigestanden. Die Kurden haben ihre Lobbyarbeit in Washington seit langem an der der Anhänger Israels ausgerichtet.

Zwar haben die Anführer der Kurden ihr Wohlwollen Israel gegenüber im Vorlauf des Referendums nicht öffentlich zum Ausdruck gebracht, um die arabische Welt nicht gegen sich aufzubringen, doch sieht man die israelische Flagge regelmäßig bei kurdischen Kundgebungen in Erbil und in ganz Europa.“ (David M. Halbfinger: „Israel Endorsed Kurdish Independence. Saladin Would Have Been Proud“)

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