„Israel dreht einfach die Leitungen zu“: Die ARD erfindet eine Wasserknappheit

salfit swimming pool

Swimming Pool in Salfit, Quelle: Wikimedia

Schaut man im Archiv der „palästinensischen“ Maan News Agency nach, wann sie zuletzt über die Wasserversorgung Salfits berichtet hat, ist als jüngster ein Beitrag vom 11. Juli zu finden, der die Kleinstadt und Wasserprobleme am Rande erwähnt. Nicht einmal das, eine solche Randnotiz, ist dagegen unter dem Stichwort „Salfit“ beim International Middle East Media Center zu finden.

Wenn vor diesem Hintergrund tagesschau und tagesthemen am 14. August behaupten, in eben jenem Salfit herrsche eine durch Israel zu verantwortende Wasserknappheit, liegen Fragen nach Anlaß und Zweck dieser Berichterstattung nahe. Und hier muß wohl gar nicht lange nach einer Antwort gesucht werden: tagesschau und -themen hatten Sendezeit übrig, Haß auf Israel zu säen.

In der Tat hatte es, wie Ulrich W. Sahm in einer Analyse betont, vor einigen Wochen Engpässe bei der Versorgung Salfits und benachbarter „Siedlungen“ mit Trinkwasser gegeben, für die ein da wie dort erhöhter Wasserverbrauch sowie eine geborstene Wasserleitung ursächlich waren, während die israelische Zivilverwaltung COGAT zusätzliche Wasserlieferungen natürlich genehmigt hatte.

Dafür wiederum, daß der zeitweise Ausfall einer Wasserleitung überhaupt zum temporären Problem werden konnte, ist nach Angaben von Uri Schor, eines Sprechers der Israel Water Authority, die Weigerung des Regimes in Ramallah verantwortlich, die veraltete Versorgungsinfrastruktur in den umstrittenen Gebieten sanieren und modernisieren zu lassen. Damit seien Ausfälle programmiert.

Das hätte man in einem Bericht erklären können, der diese Bezeichnung auch verdiente. Doch beim Ersten, für das Seriosität bei gewissen Themen von nachrangiger Bedeutung ist, wurde lieber ein „Experte“ befragt, der mal Clemens Messerschmid hieß, mal Clemens Wasserschmid. Er lebt in Ramallah, war oder ist tätig für das dortige Regime und der Rosa Luxemburg Stiftung verbunden.

Und wie die Familie Osman in den nur scheinbar aktuellen Beiträgen von tagesschau und -themen spielte dieses Sprachrohr einer durch und durch korrupten „Regierung“ schon in einem Beitrag des Blogs des ARD-Studios Tel Aviv eine Hauptrolle, der auf den 28. Juli datiert ist. Treuherzig blickt er dort in eine Kamera und klagt: „Israel dreht einfach die Leitungen zu […], so einfach ist das“.

Nach Belegen fragte auch da niemand, von einer Stellungnahme der israelischen Seite ganz zu schweigen. Die Einseitigkeit des Blog-Beitrags ist wie die der „aktuellen“ Beiträge von tagesschau und -themen gar nicht zu übersehen, die, so ist zu vermuten, eine Zweitverwertung des ersteren sind. Oder empfängt die verdurstende Familie Osman täglich Gäste vom deutschen Staatsfernsehen?

„Palästinensische“ Medien melden gegenwärtig keine Mängel in der Wasserversorgung Salfits. Da kaum anzunehmen ist, daß sie darüber schweigen würden, ist es kein großes Wagnis, eine stabile Versorgung der Stadt mit Trinkwasser zu behaupten. Was die ARD am Sonntag mehrfach sendete, war daher bewußte Desinformation, ein vorsätzlicher Verstoß gegen den deutschen Pressekodex.

Artikel zuerst erschienen auf tw24:blog.

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