Islamischer Staat tötete oder entführte fast 10.000 Jesiden

„Experten haben gewarnt, dass das volle Ausmaß des vom Islamischen Staat bei seinem brutalen Vormarsch im Irak an den Jesiden begangenen Völkermords vielleicht niemals bekannt werden wird. Tausende befinden sich nach wie vor in Gefangenschaft. Eine neue in der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift PLOS Medicine veröffentlichte Studie schlussfolgert, das schätzungsweise 9900 Angehörige der ethnischen und religiösen Minderheit innerhalb weniger Tage im August 2014 getötet oder gefangen genommen wurden. Von ihnen wurden 3100 ermordet. Fast die Hälfte wurde erschossen, geköpft oder bei lebendigem Leib verbrannt, die anderen starben an Hunger, Durst oder Verletzungen, die sie während der Belagerung des Sindscharbergs durch den Islamischen Staat erlitten.

Experten schätzen, dass weitere 6800 Jesiden während der brutalen Kampagne entführt wurden. Von ihnen wurde während der Erstellung der Studie mehr als ein Drittel weiterhin vermisst. Die Leitautorin Dr. Valeria Cetorelli warnte, dass die Zahlen noch höher sein könnten, da die Überlebenden zögerten, Todesfälle und vermisste Personen zu melden. ‚Da der Angriff so wahllos war, wurden in vielen Fällen ganze Familien gefangen genommen, sofern sie nicht rechtzeitig fliehen konnten’, erklärte sie dem Independent gegenüber. ‚Es mag sein, dass überhaupt niemand flüchten konnte und es daher keine Überlebenden und damit auch keine Möglichkeit gibt, durch die Studie berücksichtigt zu werden.’ ‚Mindestens ein Mitglied des Haushalts muss überleben, um die Tötung oder Entführung der anderen zu melden.’ Die Untersuchung stellte fest, dass erwachsene Männer am ehesten von den Extremisten hingerichtet wurden. Fast die Hälfte der Opfer, die nach ihrer Flucht auf den Sindscharberg starben, war jünger als 15.“ (Lizzie Dearden: „Almost 10,000 Yazidis ‚killed or kidnapped in Isis genocide but true scale of horror may never be known’“)

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