Genitalverstümmelung ist ein Angriff gegen das Menschsein einer Frau

„Als Beschneidung wird das Entfernen der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane bezeichnet, das von traditionellen Beschneidern vorgenommen wird. In Südostasien, Afrika und manchen Ländern des Nahen Ostens ist sie weit verbreitet. Je nach den kulturellen Glaubensmustern unterscheidet sich die Praxis von Gemeinschaft zu Gemeinschaft. In der kurdischen Region wird diese Tradition infolge des Einflusses des Islam auf die kurdische Kultur praktiziert. Die Hauptabsicht hinter der Beschneidung besteht darin, das sexuelle Begehren der Frauen zu mindern und ihre Jungfräulichkeit bis zur Ehe zu schützen. In muslimischen Ländern verkörpern Frauen die Ehre der Familie und der Status einer Familie hängt vom Verhalten ihrer weiblichen Angehörigen ab. Da der Islam den Frauen viele Rechte geraubt hat, ergibt sich in muslimischen Gesellschaften eine offensichtliche Differenz zwischen Männern und Frauen. Diese Gesellschaften benachteiligen Frauen und machen das Leben von Frauen schwerer, als es sein müsste. Die Beschneidung schadet der körperlichen und psychischen Gesundheit der Frauen und ist eine der Grundlagen der gesellschaftlichen Ungleichbehandlung von Männern und Frauen. (…)

In der kurdischen Kultur und in muslimischen Gesellschaften stellt der außereheliche Geschlechtsverkehr einer Frau die schlimmste Form des Ehrverlusts für eine Familie dar und führt mitunter zur Ermordung der Frau. Es darf nicht vergessen werden, dass Frauen bis zur Eheschließung Jungfrauen bleiben müssen. Er wird argumentiert, dass die Beschneidung der Frauen deren Jungfräulichkeit beschützt, da sie ein Zeichen der Sittlichkeit sei. Ist eine Frau nicht beschnitten, so heißt es, wird sie ihrem Begehren folgen. Diejenigen, die die Beschneidung befürworten, glauben, sie sei ein Mittel zur Wahrung der Jungfräulichkeit. Kurdistan ist ein gutes Beispiel für eine mehrheitlich muslimische Gemeinschaft, in der die Beschneidung von Frauen praktiziert wird. Sie ist Teil der Kultur und in der Region zur Tradition geworden. (…) Wie die Generalsekretärin des High Council of Women’s Affairs in Kurdistan Pakhshan Zangana erklärt, ist ‚FGM ein Übergriff, der sich gegen das Menschsein einer Frau richtet’. ‚Die Praxis beraubt Frauen ihrer Entscheidungsfreiheit, macht sie zum Objekt und entmenschlicht sie und muss in Kurdistan vollständig ausgemerzt werden’. Dem früheren Professor der Religionswissenschaft Dr. Zalmi zufolge bestätigt diese Gruppierung zudem, was die Ärzte und Experten sagen: ‚Opfer leiden als Folge dieser Praxis an zahlreichen Krankheiten und körperlichen Beschwerden, darunter die Verminderung ihrer Fruchtbarkeit, schwere Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und ein erhöhtes Risiko, bei der Entbindung zu sterben’.“ (Kazhan Mohammed: „Female Circumcisions or Female Genital Mutilation (FGM) in Kurdistan“)

Schreiben Sie einen Kommentar


Schreiben Sie einen Kommentar

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.


Login