Die Terror-Gruppe Hisbollah als Sieger im Nahen Osten

„Als der Iran seinen Sieg über den Islamischen Staat in Syrien und im Irak proklamierte, pries er die ‚starke und entscheidende’ Rolle der libanesischen Hisbollah. Das Lob, das im Novemeber im Brief eines führenden Generals an das religiöse Oberhaupt des Iran formuliert wurde, bestätigte die Vorrangstellung der Hisbollah unter den vom Iran unterstützten schiitischen Milizen in der Region, die es der Islamischen Republik ermöglichen, im Nahen Osten Einfluss auszuüben. Aus dem Chaos, das die arabische Welt seit den Aufständen von 2011 befallen und die Regierungen mehrerer Länder gestürzt hat, ist die Hisbollah als großer Gewinner hervorgegangen. Sie hat in Syrien und im Irak gekämpft, andere Milizen dort ausgebildet und wieder andere Gruppen wie die im Jemen-Krieg agierenden und mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen inspiriert. Ihre zunehmende Stärke hat zu einer intensiven Verschärfung der Spannungen in der Region geführt, worüber Israel und die Vereinigten Staaten – die die Hisbollah als Terrororganisation eingestuft haben – ebenso besorgt sind, wie das sunnitische Königreich Saudi-Arabien, der Rivale des Iran in der Region, der die Hisbollah beschuldigt, direkt vor seiner Haustür im Jemen eine militärische Rolle zu spielen. (…)

Den Vereinigten Staaten zufolge sei der Iran, wie der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses H. R. McMaster sich Ende Oktober ausdrückte, dabei, ‚im Nahen Osten gewissermaßen ein Hisbollah-Modell umzusetzen. Sie wollen, dass die Regierungen schwach und von der Unterstützung des Iran abhängig sind’. (…) Die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien sorgen sich, dass die Hisbollah und der Iran ihre [Syrien-]Strategie im Jemen erneut umsetzen wollen, indem sie die Huthi-Rebellen gegen die von den Saudis angeführte Militärkoalition unterstützen. Die Hisbollah bestreitet, dass sie im Jemen kämpft, den Huthis Waffen liefert, oder vom Jemen aus Raketen gegen Saudi-Arabien abschießt. Aus ihrer politischen Unterstützung der Huthis macht sie allerdings kein Geheimnis. (…)

Obwohl die USA weitere Sanktionen verhängt hat, klingt die Hisbollah selbstbewusst. Nun, da der Islamische Staat im Irak besiegt worden ist, hat Nasrallah angezdeutet, dass die Hisbollah ihre Männer von dieser Front zurückziehen könnte. Sie könnten ‚zurückkehren, um an jeder anderen Front, an der sie benötigt werden, zum Einsatz zu kommen’. Seine Organisation werde auch weiterhin, wo immer sie wolle, zum Einsatz kommen. Wiederholt erklärte er: ‚Wo wir gebraucht werden, dort werden wir sein.’“ (Laila Bassam / Tom Perry: „Hezbollah emerges a winner from Mideast turmoil, alarming foes“)

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