Iran: Frauenhass ist elementarer Bestandteil der Ideologie

„Es gibt keine größere Plage für Menschenrechte in dieser Welt als den Relativismus. Frauen haben das Recht, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen – ob es nun um ihren Körper oder ihre Kleidung geht. Punkt. Und dieses Recht gilt nicht nur für die Frauen in Berlin oder New York City, es gilt auch für die Frauen von Teheran. (…)  Das iranische Regime hat im Lauf seines Bestehens gegen viele Feinde gekämpft: gegen den amerikanischen Imperialismus, die kurdische Minderheit im Land oder, wie es die Ayatollahs nennen, die ‚zionistische Weltverschwörung‘. Mindestens ebenso kontinuierlich und intensiv wurde auch der Kampf gegen Frauen geführt. Wann immer das Regime in der Vergangenheit gewaltsam gegen die Bevölkerung vorging, waren es Frauen, die diese Gewalt zuerst zu spüren bekamen. Denken Sie zurück an die Präsidentschaftswahlen 2009: Als es im Anschluss zu Protesten kam, hat die Regierung zunächst einmal ihre Moralwächter auf die Straßen geschickt, um Frauen zu verprügeln, die sich ihrer Vorstellung nach nicht züchtig genug gekleidet hatten.

Wir müssen vor allem endlich begreifen, dass es sich bei den Attacken auf Irans Frauen nicht einfach nur um die Begleiterscheinungen eines machthungrigen Regimes handelt. Misogynie ist vielmehr der diese Menschen anhängen. Die Hoffnungen im Westen, man werde mit Zugeständnissen an die vermeintlichen Reformer auch die Menschenrechtslage verbessern, müssen deshalb zwangsläufig enttäuscht werden. (…) Ich will nicht abstreiten, dass es unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Regimes darüber gibt, wie bestimmte Aspekte des Korans ausgelegt werden. Auf dieses Spiel sollten wir aber nicht hereinfallen, denn eine wirkliche Opposition, die für die Gleichstellung der Geschlechter oder für Religionsfreiheit eintritt, wird nicht vom Regime toleriert. Sie musste in den Westen fliehen, wurde weggesperrt oder sogar ermordet.“  (Interview mit Roya Hakakian: „Es gibt keine größere Plage für Menschenrechte als Relativismus“)

 

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