Iran: Der Westen hält den Atomdeal fälschlicherweise für Friedenspolitik

By U.S. Department of State (https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43088777)

„Zweitens will Teheran Israel als jüdischen Staat vernichten oder, wenn und weil unmöglich, mindestens so schwächen, dass es politisch erpressbar wird. Israel hat seit langem Atomwaffen. Der Iran wollte nachziehen, wohl wissend, dass man A-Bomben zwar besitzt, aber nur im äußersten Notfall einsetzt. Dann nämlich, wenn die Auslöschung der eigenen staatlichen Existenz droht. Ein atomares Patt zwischen Israel und dem Iran, so der richtige Denkansatz in Teheran, würde das Wettrüsten mit Israel wieder aufs Feld der herkömmlichen Waffen führen, denn keiner würde als Erster Atombomben abfeuern. Demografisch (Bevölkerungszahl) und ökonomisch (Rohstoffe plus Wissenschaftspotenzial) kann Israel den konventionellen Rüstungswettbewerb langfristig nur verlieren.

So weit der Gedanke. Zu seiner Verwirklichung bedurfte es zweierlei. Erstens musste der Iran strukturell seine nuklearen Militärfähigkeiten für den Fall der Fälle behalten und die Garantie erhalten, dass der iranisch-israelische Rüstungswettlauf sich tatsächlich auf konventionelle Waffen beschränkt. Genau das hat Teheran durch das Atomabkommen mithilfe der USA, Russlands, Chinas, Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands und mit dem Segen der EU erreicht. Die Welt, auch Deutschland, jubelt und hält das für Friedenspolitik. (…) Schon jetzt umzingelt der Iran sowohl Israel als auch Saudi-Arabien und die gemäßigten arabischen Golfstaaten. Durch das Ende der Wirtschaftssanktionen wird der Iran milliardenbeschert und -beschwert. Nun kauft er Waffen auf dem Weltmarkt. Vornehmlich in Putins Russland, denn der steht schon seit langem zu Teheran. (…) Der Iran verkauft oder verschenkt seine alten, gegen Israel und die westtechnologisch belieferten Araber unwirksamen Waffen an seine Partner und gewinnt auf diese Weise geografisch und politisch Boden. Deutschland und der Westen bejubeln einen Frieden, den es nicht gibt, und fördern den Krieg.“ (Michael Wolfsohn: „Iran und Russland sind dem Westen strategisch überlegen“)

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