„In Washington zirkuliert zu viel Geld aus dem Golf“

„Katar stellt unbestreitbar ein Problem dar. Das Land dient als Zufluchtsort für die Hamas, die Taliban, syrische Dschihadisten und andere. Dennoch stellt die ganze Affäre ein merkwürdiges Schauspiel dar. Die anderen Golfstaaten sind ihre eigenen Probleme mit der Finanzierung des Terrorismus kaum mit Nachdruck angegangen. Saudi-Arabien beispielsweise ist weiterhin der wichtigste Exporteur der extremistischen wahhabischen Ideologie und dass mit Kuwait ausgerechnet ein Land die Rolle des Vermittlers spielt, auf das Beamte, die sich mit der Finanzierung des Terrorismus befassen, regelmäßig hingewiesen haben, ist schon ein starkes Stück. Doch verdeutlicht der Krach am Golf auch ein anderes großes Problem: die freizügige und wechselhafte Außenpolitik Washingtons im Golf.

Zum einen zirkuliert in Washington einfach zu viel Geld aus dem Golf. Die Qataris haben unzählige Millionen in Think Tanks und Universitäten investiert, von Lobbyisten und anderen Meinungsbildnern ganz zu schweigen, und sie stehen damit nicht allein. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere mischen ebenfalls im großen Stil mit. Das führt dazu, dass diejenigen, die sich aus diesen Trögen ernähren, unfähig sind, zu einer ehrlichen Diskussion über das politische Verhalten ihrer Gönner beizutragen, selbst dann, wenn jenes Verhalten den Interessen der USA diametral entgegengesetzt ist. (…) Während das Geld aus dem Golf hereinströmt, haben die politisch Verantwortlichen es praktisch aufgegeben, sich mit den Menschenrechtsverletzungen, Demokratiedefiziten und der Finanzierung des Terrors, die mit dieser unruhigen Region assoziiert werden, noch auseinanderzusetzen. Nirgends ist dies deutlicher als im Falle Katars.“ (Jonathan Schanzer: „These days, it’s the clash of the Arabian Gulf cash in Washington“)

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