In Lebensgefahr – weil sie allein das Land verlassen hat

„Ob Dina Ali Lasloom überhaupt noch lebt, ist zu diesem Zeitpunkt unbekannt. Denn auf das, was sie getan hat, steht für Frauen in Saudi-Arabien die Todesstrafe: Sie ist geflüchtet, aus einem Land, das für Frauen einem Gefängnis gleicht – so hat sie es selbst auf Twitter formuliert. Ihr Ziel: Sydney, Australien. Dort wollte Dina Ali Asyl beantragen. Aber in Sydney ist sie niemals angekommen. In Manila machte ihr Flug mit Philippine Airlines am 10. April eine Zwischenlandung. Und scheinbar waren die Behörden schon informiert: Sie nahmen Dina Ali ihren Pass weg und hielten sie dreizehn Stunden lang fest. Davon zeugen zwei Videos, die seit Montag unter #SaveDinaAli tausendfach auf Twitter geteilt worden sind. Das eine hat Dina selbst gedreht, kurz nachdem die Behörden sie aufgegriffen haben. Ihr Gesicht sehen wir nicht, aber wir hören sie sprechen: ‚Mein Name ist Dina Ali, ich bin eine saudische Frau, die aus Saudi-Arabien geflüchtet ist, um in Australien Asyl zu beantragen. Bei einer Zwischenlandung auf den Philippinen haben sie mir meinen Pass weggenommen und haben mich eingesperrt – weil ich von der saudischen Botschaft gesucht werde. Wenn meine Familie kommt, werden sie mich töten. Wenn ich nach Saudi-Arabien zurückgebracht werde, bin ich tot. Bitte helft mir. Mich gibt es wirklich!‘ (…)

Was aber folgte auf den Hilferuf aus Manila? Lautstarker Protest von PolitikerInnen weltweit? Scharfe Appelle von Menschenrechtsorganisationen? Ein Aufschrei unter Feministinnen? Nein. All das passierte nicht. Die Hilferufe der jungen Frau verhallten erstmal quasi im Nichts. (…) Von Dina Ali fehlt jede Spur. Die saudische Botschaft in Manila hat inzwischen eine Stellungnahme veröffentlicht. Dina Ali sei wieder in ihrer Heimat. Es handele sich um eine ‚Familienangelegenheit‘. Nicht nur die Frauen in Saudi-Arabien wissen, was das bedeutet.“ (Bericht auf emma.de: „Dina Ali: ‚Sie werden mich töten!‘“)

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