Hurra, jetzt werden wir zu Verbündeten des Terrors!

Von Christian Ortner.

Neues von der moralischen Supermacht: Die deutsche Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hält neuerdings eine militärische Zusammenarbeit des Westens mit der syrischen Regierungsarmee des Despoten Assad in Zukunft für „denkbar“. Nur so zur Erinnerung: Das ist jene Armee, die die eigene Bevölkerung mit Massenvernichtungswaffen angegriffen hat und weiter angreift, die eine Viertelmillion Tote zu verantworten hat und vor der ein Großteil der Syrien-Flüchtlinge flieht. „Es gibt Teile der Truppen in Syrien, die man sehr wohl … hier auch nehmen kann“, meinte Frau von der Leyen in der ZDF-Sendung Berlin direkt danach gefragt, ob die Assad-Armee ein Verbündeter im Kampf gegen den Islamischen Staat sein könnte. Dass Frau von der Leyen dabei ausschließlich an die Militärmusik-Kapelle der syrischen Armee denkt, ist eher nicht anzunehmen.

Die deutsche Bundeswehr an der Seite der Assad-Armee, die ihrerseits wieder enger Verbündeter von Putin-Russland und den Islamofaschisten in Teheran ist – das hat was. Jener unerträgliche moralische Hochmut, mit dem Deutschland seit Ausbruch der Asylkrise den Rest der Welt nervt, jener Moral-Imperialismus der entgleisten ‚Willkommenskultur‘ kriegt da einen ganz eigenartigen Geruch. Am Münchner Hauptbahnhof jenen, die unter anderem vor den Assad-Schlächtern geflohen sind, ‚Welcome‘-Pappen unter die Nase halten – und gleichzeitig eine informelle militärische Allianz mit dem Assad-Militär, Iran und Russland einzugehen, da dürfte der Berliner Regierung ein echtes Meisterwerk an politischer Doppelmoral gelungen sein.

Ein Meisterwerk, das freilich kongenial ergänzt wird durch jene Kooperation, die Europa unter der Führung von Merkel nun mit dem osmanischen Möchtegern-Sultan Erdogan einzugehen im Begriffe ist. Weil Frau Merkels moralintrunkenes „Wir schaffen das“ leider immer mehr zur unfrommen Illusion mutiert, muss nun die Türkei her, um jene Drecksarbeit zu erledigen, für die sich Europas politische Klasse zu gut ist: die sogenannten Schutzsuchenden wieder zum Teufel zu jagen, bevor sie sich auf den Weg nach Germany machen.

Dass Herrn Erdogans Verhältnis zum Islamischen Staat bis heute eher ungeklärt ist, schert Europas moralischen Hegemon da eher wenig, solange er dabei behilflich ist, unschöne Fernsehbilder von der Schengengrenze Süd zu vermeiden.

Jenen moralischen Kredit, den sich die Deutschen möglicherweise in diesem Willkommens-Sommer erarbeitet haben, sind sie angesichts ihrer seltsamen neuen Verbündeten ziemlich schnell zu verspielen im Begriffe.


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