Herr Fischer oder die Legende vom lebenslangen Lernen

Ein Kindergeplapper

Von Erwin Javor

Es war einmal ein kleiner Heinzi. Der war ein sehr braver Bub. Sein Papa war ein Politiker und Sozialdemokrat, ein Onkel von ihm war sogar Minister. So lernte der kleine Heinzi schon früh die Sandkastenspiele der Großen kennen, die er heute selber so schön kann.

Auch ein anderer, ganz berühmter Onkel, der Onkel Bruno, hat ihm viel beigebracht. Den hat der Heinzi schon bewundert, als er noch ganz klein war und mit den Naturfreunden kraxeln gegangen ist und so schöne internationale Liedln gesungen hat. Der Onkel Bruno hat ihn auch ur-gern gehabt. Man hat fast geglaubt, der macht den Heinzi gar noch zum Bundeskanzler. Aber der Onkel Bruno hat dem Heinzi auch ein bissi Angst gemacht. Der hat sogar einmal über ihn gesagt, dass, wenn es brenzlig wird, der Heinzi immer am Klo sitzt. Schon gemein, gell?

Als er dann schon groß war, hat der Heinzi seine Margit geheiratet. Die hatte einen Papa, der war nicht nur auch ein Sozi, sondern sogar ein Jude – das sind die, die einmal gelbe Sterne haben tragen müssen. Drum hat es den Heinzi später immer so gewundert, wenn ihm jemand bös war, wenn er mit Israel geschimpft hat, obwohl das doch eh ein jeder weiß, dass er es nur gut meint mit denen. Nur weil der Heinzi gesagt hat, dass es die Israelis übertreiben mit dem sich Wehren, nur wegen die paar Tausend Raketen, die die wilden Nachbarbuben, die Hamas, auf sie geschossen haben, waren sie ihm ur-bös! Echt jetzt! Sonst hat sich da niemand aufgeregt als der das gesagt hat.

Vielleicht wären viele bös gewesen, wenn der kleine Hatschi Strache sowas gesagt hätte, aber dem Heinzi war, außer den Juden, wirklich niemand bös. Und die sollten doch eh wissen, dass er der Mann von der Margit ist.

Aber wenn der kleine Hatschi das sagen würde, was der Heinzi immer sagt. Ui, da wär was los!

Hmm. Komisch. Eigentlich ist der Heinzi ja sonst überhaupt nicht streng. Zu den anderen Kindern, denen aus Saudi-Arabien, dem Iran, China oder dem Putin aus Russland ist er immer ganz ganz lieb. Aber die sind auch ur-stark, viel stärker als der Heinzi und ur-schlimm. Die machen jeden Tag viele Leute tot und finden das total o.k. Echt wahr! Aber wenn die Israelis nur ein bissi aufmucken, denen lasst der Heinzi nichts durchgehen – grad letzte Woche hat er sie wieder richtig geprackt. Schon komisch, oder? Er redet dann immer was von der Bibel, von Augen und Zähnen. Da kennt er sich eigentlich nicht so gut aus. Aber seit er der Oberheinzi vom ganzen großen Österreich ist, traut sich ihm das keiner zu sagen. Er meint es ja nur gut.

Was aber so richtig komisch ist: der Heinzi ist doch schon groß. So richtig groß. Heuer geht er sogar in Pension. Aber er sagt immer noch dasselbe wie damals, als er noch ein kleiner Heinzi war. Und da sagen die Erwachsenen immer, man muss sein ganzes Leben was dazulernen. So ein Blödsinn!


 Quellen:

 bundespraesidentschaftswahl.at: „Immer wenn es brenzlig war, war er – laut Bruno Kreisky – am Klo und kam erst zurück bis feststand, wer Sieger geworden war.“

 Salzburger Nachrichten, 14.01.2014: „Fischer sagte, durch die aktuelle Entwicklung sei der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ‚noch schwieriger zu lösen‘. Er merkte an, dass sich Israel ‚zuletzt von einer Lösung des Konflikts eher entfernt als angenähert hat‘. Israel rechtfertige seine Gewalt mit dem Schutz seines Gebiets, die Palästinenser betrachteten ihre Raketenangriffe als Notwehr gegen den Aggressor. Der Bundespräsident verwies darauf, dass Gewalt Hass vergrößert, und stellte die Frage in den Raum, ob eine solche Gewaltpolitik Terrorismus eher anfacht als bekämpft. In Europa müsse jede Form von Antisemitismus abgelehnt werden.“ (Siehe dazu den MENA-Bericht: Der Gaza-Krieg und Bundespräsident Fischers Unverhältnismäßigkeit)

bundespräsident.at: „Gegenüber dem ORF-Fernsehen sagte der Bundespräsident, er halte den Zeitpunkt für seine Reise in die Golfregion für sehr günstig. Für die österreichische Wirtschaft sei die Region sehr interessant. Er fügte hinzu: ‚Es ist eine politisch harte Zeit‘, wobei er auf den Iran, den Nahen Osten und den Irak verwies. Er sehe seinen Gesprächen ‚mit politischen einflussreichen Staatsmännern mit Interesse entgegen.‘“ „‚Intensive Gespräche in sehr kurzer Zeit.‘ Mit diesen Worten umriss Bundespräsident Heinz Fischer am Sonntag den Ablauf seines Staatsbesuches in Saudiarabien. Fischer war am Samstagabend mit König Abdullah zusammengetroffen, mit dem er in erster Linie die Nahost-Problematik erörterte. … Am Rande des Staatsbanketts Samstagabend überreichte der Monarch dem Bundespräsidenten die höchste Auszeichnung des Königreichs. Fischer zeigte sich erfreut über die ‚exzellenten Gespräche‘. Der Monarch habe ‚schwierige Fragen offen angesprochen‘. Der Nahe Osten beherrschte den politischen Teil des Meinungsaustausches Fischers mit König Abdullah und auch Außenminister Saud Al Faisal. Saud habe laut Fischer zur palästinensischen Hamas-Bewegung gesagt, es sei in der Geschichte ‚nicht neu, dass eine Widerstandsbewegung, sobald sie an die Macht kommt, ihre Spielregeln ändert‘.“

Wiener Zeitung, 27.08.2015: „Mit dem Abschluss der Vereinbarung und mit der Zustimmung des Majles (im Iran) und dem Parlament in den USA wird ein neues Kapitel der Politik in diesem Teil der Welt beginnen. … Mein Besuch und der Besuch der hochrangigen österreichischen Delegation sind ein weiterer wichtiger Schritt. … Menschenrechte sind unteilbar. Ich habe schon als Parlamentspräsident eine Tafel beim Eingang des Parlaments anbringen lassen, wo Artikel 1 der Menschenrechtsdeklaration zitiert wird, in dem es heißt, dass alle Menschen gleich an Rechten und Würde geboren sind. Dieses Credo gilt für uns alle und das Thema wird auch gegenüber dem Iran angesprochen werden. Es ist dies nicht nur keine Unhöflichkeit, sondern eine Selbstverständlichkeit. Wie das Gespräch mit Präsident Rohani konkret verläuft, kann ich im Detail jetzt noch nicht vorwegnehmen, aber es soll ein sehr offener Gedankenaustausch sein. … Die Entspannung in der Region hat viele Komponenten. Wenn im Kampf gegen den Terror weitere Partner wie Teheran gewonnen werden können, ist dies sehr zu begrüßen. (Siehe dazu die MENA-Berichte: Zu Gast bei Antisemiten: Bundespräsident Heinz Fischers Reise nach Teheran sowie: Bundespräsident Fischer bei syrischen Flüchtlingen: Gipfel der politischen Schamlosigkeit nach der Iran-Reise)

bundespräsident.at: „Rein formal hätte Bundespräsident Heinz Fischer in China keine höherrangigen Gesprächspartner haben können: Staatspräsident, Ministerpräsident und Parlamentspräsident empfingen ihn. Außerdem bekam er zum zweiten Mal nach 2010 die Ehre eines Staatsbesuchs – in keinem anderen Land sei dies bisher der Fall gewesen, zog Bundespräsident Heinz Fischer zum Abschluss seines zweitägigen Aufenthalts in Peking zufrieden Bilanz. Alle Gesprächspartner hätten sich genug Zeit genommen, sodass die wichtigen Themen angesprochen werden konnten, so der Bundespräsident gegenüber Journalisten. Auch seien die Gespräche häufig sehr konkret gewesen. Mit dem Präsidenten des Volkskongresses Zhang Dejiang habe er auch Themen wie Menschenrechte und das grundsätzliche Rechtsverständnis angesprochen. Auf seine Frage, ob eine Abschaffung der Todesstrafe vorstellbar wäre, habe es von Zhang immerhin ‚kein glattes Nein‘ gegeben, sondern ein ‚momentan steht das nicht auf dem Programm der Gesetzgebung‘. Auch in Europa sei die Todesstrafe nur langsam und schrittweise abgeschafft worden, erinnerte Fischer. Dass es im Rechtsverständnis sehr grundsätzliche Unterschiede gebe zeige sich auch in anderen Bereichen: In China stehe die Stabilität des Systems im Vordergrund und ‚die Vorherrschaft der kommunistischen Partei darf nicht infrage gestellt werden‘, während in Europa ein System mit einem friedlichen Machtwechsel installiert sei, verglich Heinz Fischer.“

Industriemagazin, 07.07.2014: „Ein Staatsempfang für Wladimir Putin in Wien inklusive Standing Ovations in der WKÖ – trotz teils harter Kritik im Inland und auf internationalem Parkett verteidigt Bundespräsident Heinz Fischer seine Position und die offizielle Linie. … Zum Wien-Besuch Putins sagte Fischer, eine ‚strategische Partnerschaft‘ zwischen Europa und Russland sei ‚notwendig‘. … Fischer bezeichnete den Wien-Besuch Putins als „kleinen Beitrag“ zur Konfliktlösung. Er stehe „zu hundert Prozent“ dazu und sei mit dem auch international kritisierten Besuch „zufrieden“. Es war Putins erster Arbeitsbesuch in einem EU-Land seit Beginn der Ukraine-Krise. … Die kritisierten Standing Ovations für Putin in der Wirtschaftskammer nannte Fischer eine normale diplomatische Gepflogenheit. Die russischen Wirtschaftsvertreter seien beim Betreten des Saales von Putin und ihm, Fischer, zur Begrüßung der beiden Staatsoberhäupter aufgestanden. ‚Hätten die Österreicher sitzen bleiben sollen?‘ fragte Fischer. Er selbst verfolge keine wirtschaftlichen Interessen, sondern außenpolitische. ‚Ich werfe mich nicht in die Schlacht, gegen die österreichische Wirtschaft etwas zu tun.‘“

 bundespräsident.at: „Das älteste von den ungelösten Problemen in dieser Region ist zweifellos der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Der frühere Israelische Botschafter in Österreich, Herr Zvi Heifetz, hat mir in einem freundschaftlichen Gespräch knapp vor seinem Abschied aus Österreich gesagt, er habe leider während seiner gesamten Amtszeit in Österreich keinen Neujahrsempfang erlebt, wo ich nicht den Nahost-Konflikt angesprochen und die israelische Siedlungspolitik kritisiert hätte. Ich habe ihm ebenso freundschaftlich geantwortet, dass ich überglücklich wäre, wenn der Anlass wegfallen würde, diesen gefährlichen, aber seit Jahrzehnten ungelösten Konflikt zu erwähnen. Das würde aber voraussetzen, dass sich beide Seiten verstärkt und ehrlich um eine Lösung bemühen, dass Internationales Recht beachtet wird, und dass von Handlungen Abstand genommen wird, die eine Lösung nicht nur nicht erleichtern, sondern sogar in weite Ferne rücken oder überhaupt blockieren. Es ist meine feste Überzeugung, dass der ungelöste Nahost-Konflikt in direkter und indirekter Weise zu den Spannungen in dieser Region beträchtlich beiträgt und allein Europa handelt richtig, wenn wir weiter auf eine Zwei-Staaten-Lösung drängen und illegale Siedlungstätigkeit außerhalb der Grenzen Israels verurteilen.

 Der Standard, 05.09.2014: „Der alttestamentarische Grundsatz Auge um Auge ist überholt und gefällt mir nicht, aber vielleicht manchmal unvermeidbar. Aber auf der Basis ein Auge gegen 100 Augen wird ein Friedensprozess kaum gelingen.“ (Siehe dazu den MENA-Bericht: Fischers „Israelkritik“ (2): Der Präsident legt nach – und bedient älteste antisemitische Klischees)

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