Hat Trump Einsatzregeln für Luftschläge gegen IS gelockert?

„Die von den USA geführte Koalition im Irak erklärte am Freitag, sie untersuche Berichte, laut denen Dutzende – Anwohnern zufolge möglicherweise 200 – Zivilisten bei amerikanischen Luftangriffen in Mosul getötet worden seien. Die Stadt im Norden des Iraks ist gegenwärtig der Ziel einer Offensive ist, die den Islamischen Stadt vertreiben soll. Sollten sich die Berichte bestätigen, würden diese Luftangriffe zu den amerikanischen Einsätzen mit den höchsten zivilen Opferzahlen gehören, seit die Vereinigten Staaten 2003 gegen den Irak in den Krieg zogen. Die Berichte über die zivilen Todesopfer in Mosul kamen unmittelbar nach zwei Zwischenfällen in Syrien, wo die Koalition den Islamischen Staat ebenfalls aus der Luft bekämpft. Dort seien Aktivisten und Anwohnern zufolge Dutzende Zivilisten getötet worden.

Dieser Anstieg an zivilen Todesfällen wirft die Frage auf, ob frühere strenge Regeln, die die Zahl ziviler Opfer minimieren sollten, unter der Trump-Administration, die versprochen hat, den Islamischen Staat aggressiver zu bekämpfen, gelockert worden sind. Vertreter des amerikanischen Militärs bestanden am Freitag darauf, die Einsatzregeln hätten sich nicht geändert. Sie gestanden allerdings ein, die amerikanischen Luftangriffe seien intensiviert worden, um den Islamischen Staat an mehreren Fronten unter Druck zu setzen. (…)

Irakische Offiziere behaupten dagegen, sie wüssten genau, was geschehen sei. Generalmajor Maan al-Saadi, ein Kommandeur bei den irakischen Spezialeinheiten, sagte, die zivilen Opfer seien das Resultat eines Luftangriffs, den seine Männer angefordert hätten, um Scharfschützen auf den Dächern dreier Häuser in einer Nachbarschaft namens Mosul Jidideh zu eliminieren. Saadi erklärte, es sei den Spezialeinheiten nicht bekannt gewesen, dass die Keller der Häuser voller Zivilisten waren. (…) ‚Nach der Bombardierung wurden wir durch die zivilen Opfer überrascht’, sagte er. ‚Ich glaube, es handelte sich um eine Falle des Islamischen Staats, der will, dass die Bombardierungen eingestellt werden und wir vor Öffentlichkeit schlecht dastehen.’ General Saadi sagte, er habe verlangt, dass die Koalition ihr Luftkampagne einstellt, um den Sachverhalt aufzuklären und strengere Maßnahmen zur Verhinderung ziviler Opfer einzuführen. Ein anderer Offizier der irakischen Spezialeinheiten, der sich unter der Maßgabe äußerte, dass er anonym bleibt, erklärte, die Einsatzregeln der Koalition seien seit dem Amtsantritt von Präsident Trump deutlich gelockert worden.“ (Tim Arango/Helene Cooper: „U.S. Investigating Mosul Strikes Said to Have Killed Up to 200 Civilians“)

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