Gestatten, die Guterassisten

Islam - TerrorDoch daneben gibt es eben auch den guten Rassismus, der sich im Recht sieht und auch die öffentliche Meinung (oder zumindest die politische und mediale) hinter sich weiß, diese Form des Rassismus hat einen Eigennamen verdient: Guterrassist bzw. Guterrassismus. Er entmündigt seine Opfer, für deren Unterstützer er sich hält. Er nimmt das Objekt seiner rassistischen Begierde nicht als gleichberechtigt war und erwartet darum auch wenig von ihm. (…) Der Moslem will über seine Religion nur in spröden wissenschaftlichen Abhandlungen lesen, die ihm auf jeder Seite mindestens sieben Fußnoten garantiert und ihn so staubtrocken nicht unterhält. Zumindest weiß der Guterassist, dass der Moslem das so will, ob der Moslem das auch weiß, ist egal. Der Guterassist weiß es ohnehin besser.

Guterassisten sind Teil des Problems, nicht der Lösung, denn sie verteidigen den Islam gegen jede Kritik, ganz so, als würde dadurch auch nur eine der Krisen gelöst werden können, die der Islam aktuell mit sich und anderen hat. So stellte ‚meine‘ Guterassistin im weiteren Verlauf unseres Gesprächs klar, dass der islamistische Terror nichts mit dem Islam zu tun hat. Als ich meinte, was denn unter anderem mit IS, Boko Haram und Al Quaida ist, antwortete sie ungerührt, dass das alles keine Moslems sind, weil sie den Islam falsch verstanden haben. Das ist intellektuell auf dem Niveau eines Aluhutträgers, der vor Chemtrails warnt. Als ob es den Opfern – die meisten davon sind ja selbst Moslems – irgendwie hilft, wenn der Terror, der im Namen des Islam verübt wird, schlicht geleugnet wird. Als würde er verschwinden, wenn man nicht über ihn spricht. (…)

Natürlich ist es für die Entwicklung in der islamischen Welt unerheblich, was nun eine deutsche Journalistin dazu meint, aber erwähnenswert ist es allemal, entspricht das doch einer Grundhaltung gegenüber dem Islam, die diese Religion und ihre Mitglieder eben nicht ernstnimmt, sondern wie ungezogene Kinder betrachtet, denen man mit viel Rücksichtnahme begegnen muss, weil sie eben noch nicht so weit sind wie ‚wir‘. Problematisch ist der Guterassismus aber vor allem, weil er gleichzeitig den autoritärsten und reaktionärsten Teil der islamischen Community bestimmen lässt, was ‚der Islam‘ ist. Auf diese Weise wird den Hardlinern die Deutungshoheit übergeben. Aber das sieht ein Guterrassist nicht, dafür ist sein Gewissen zu rein. Leider.

(Gideon Böss: „Böse Rassisten, Guterassisten und der Islam“.)

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