FREILASSUNG VON TERRORISTEN

„Der Sohn ist der Attentäter“, ist heute auf der Titelseite derSalzburger Nachrichten über eine palästinensische Mutter zu lesen, deren Sohn „den Tod von fünf Menschen auf dem Gewissen“ hat. Er gehört zu den verurteilten palästinensischen Mördern und Terroristen, die einer in Israel auf große Ablehnung stoßenden Entscheidung der Regierung zufolge als Geste des guten Willens gegenüber der PLO-Führung freigelassen werden sollen. Wie ein Blick auf die heutige Standard-Titelseite zeigt, bereitet es im Gegensatz zu den SN manchen Medien offenbar große Probleme, über diese Vorgänge so zu berichten, dass nicht wesentliche Informationen unter den Tisch fallen.

„Israel lässt Gefangene frei“, lautet die vom Standard gewählte Überschrift, unter der in der zweiten Überschrift zu lesen ist: „Kritik im Inland an Enthaftung von 26 Palästinensern“. Für Kritik in Israel sorgt freilich nicht an und für sich, dass „26 Palästinenser“ freigelassen werden sollen, sondern dass es sich bei 17 von ihnen um Männer handelt, die wegen blutiger Morde an Israelis zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden. Wie etwa Abu-Musa Salam Ali Atia, ein Mitglied der angeblich „gemäßigten“ Fatah von Mahmud Abbas, der im Jahre 1994 – also bereits nach Beginn des so genannten Oslo-Friedensprozesses – in der Nähe von Tel Aviv dem damals 67-jährigen Holocaust-Überlebenden Isaac Rotenberg mehrfach eine Axt in den Nacken schlug. Oder Ra’ai Ibrahim Salam Ali, ebenfalls ein Fatah-Mann, der ebenfalls mit einer Axt den 79 Jahre alten Moris Eisenstatt erschlug, als dieser auf einer Bank sitzend ein Buch las. (Einen Überblick über die Verbrechen der Männer, die jetzt aus israelischen Haftanstalten entlassen werden sollen, finden Sie bei der Times of Israel.)

Um im Standard etwas über die freizulassenden Männer zu erfahren, muss man den Artikel von Ben Segenreich im Blattinneren lesen – auf der Titelseite werden deren Bluttaten nicht erwähnt. Hier heißt es nur, Israel habe „die Freilassung von 26 palästinensischen Häftlingen beschlossen. Am Montag wurden die Namen der Freizulassenden veröffentlicht, worauf in Israel starke Kritik lautwurde.“ Welcher Verbrechen sich die Männer schuldig gemacht haben, denen von der Palästinenserführung trotz oder gerade wegen ihrer an Israelis begangenen Verbrechen ein Heldenempfang bereitet werden wird, das wird auf der Standard-Titelseite nur indirekt angedeutet, indem gesagt wird, „Angehörige von Terroropfern“ wollten die Freilassungen noch verhindern.

Die Weigerung des Standard, Mörder und Terroristen als das zu bezeichnen, was sie sind, weckt Erinnerungen an ein CNN-Interview mit einem ehemaligen Fatah-Terroristen aus dem Jahre 2006, in dem die Journalistin sagte: „Sie wurden von Israel wegen ihrer Überzeugungen eingesperrt“, um sogleich von dem Mann unterbrochen zu werden: „Ich wurde nicht wegen meiner Überzeugungen eingesperrt. Ich wurde wegen meiner Terror-Aktivitäten in Israel einsperrt.“


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