Frankreichs Linke verharmlost islamischen Antisemitismus

Nach Angaben der Einwanderungsorganisation Agence Juive hat sie mit 7000 Personen 2014 erstmals die aus den USA übertroffen. 2015 waren es fast 8000, 2016 dann 5000. Die jüdische Gemeinde Frankreichs ist nach der in den USA die zweitgrößte außerhalb Israels. Die Neuankömmlinge nennen diverse Motive für die Einwanderung: Verbundenheit mit Israel, Zukunftsaussichten, religiöse Gründe. Warum sie Frankreich den Rücken gekehrt haben, sagen sie auch: nicht mehr zu ignorierender alltäglicher Antisemitismus sowie das Ausbleiben einer angemessenen Reaktion der Gesellschaft. (…) Der islamistische Terror erschüttert Frankreich seit einem halben Jahrzehnt. Dass dieser Terror fast immer antisemitisch motiviert ist, entsprechende Fanale setzt und oft gezielt Juden tötet, wird dagegen wenig beachtet. Dabei sind die Taten der Jihadisten mehr als deutlich. (…)

[Die Feministin Elisabeth Badinter] benannte ihre Adressaten eindeutig: Seit der Dreyfus-Affäre von 1894 habe der Kampf gegen den Antisemitismus zum Selbstverständnis der Linken gehört. Diese Tradition sei von der neuen radikalen Linken aufgegeben worden. ‚Sie solidarisiert sich mit den Arabern in den banlieues und den Palästinensern. Der Kampf für diese Antizionisten hat den Kampf gegen den Antisemitismus zur Strecke gebracht. Marine Le Pen sagt, dass sie keine Antisemitin sei, das mag ja so sein – in ihrer Truppe und in ihrer Wählerschaft ist der traditionelle Antisemitismus keineswegs überwunden. Aber seit 30 Jahren ist es nicht dieser Antisemitismus, der die Juden verfolgt, sondern der neue Antisemitismus der Islamisten.‘ Um Badinters Weckruf zu verstehen, muss man an die Gaza-Demonstrationen 2014 erinnern, als nahezu die gesamte französische Linke Woche für Woche zu Demonstrationen gegen Israel aufrief. Bei diesen marschierten an der Spitze häufig einige Reihen von Trotzkisten, Kommunisten, Sozialisten mit Transparenten und dahinter eine tausendköpfige hasserfüllte Menge, die Juden verfluchte. Stellvertretend für die Veranstalter sagte der ehemalige linke Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon: ‚Wer kann ernsthaft glauben, dass es in Frankreich, von einer Handvoll Individuen einmal abgesehen, beim Protest gegen Gaza Antisemitismus gibt?‘“ (Detlef zum Winkel: „Verschwiegen und verharmlost“)

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